Dienstag, 15. Januar 2013
Kirchbautag Rostock 2011
Der 27. Evangelische Kirchbautag in Rostock hatte die Dorfkirchen in Mecklenburg zum Thema. Ein großer konfliktreicher Strukturwandel kündigt sich in Europas Regionen an. Welche Rolle spielen Dorfkirchen bei diesem Strukturwandel? Dorfkirchen sind ein starkes Motiv für bürgerschaftliches Engagement. Die Erhaltung der Dorfkirchen schafft Freiräume und Hoffnungsräume, die für das Überleben einer Region wichtig sind. Dazu muss die Kirche die Herzen der Menschen gewinnen. Wenn ihr das wie in Mecklenburg gelingt, braucht sie sich um die Erhaltung der Kirchen keine Sorgen zu machen.
Thomas Erne (Hg.): Kirchbautag Rostock 2011: Kirchenraum - Freiraum - Hoffnungsraum, Marburg 2012
Dienstag, 8. Januar 2013
Zeitgenössische Kunst zur Bibel
Anlässlich der Lutherdekade zum 500. Jahrestag der Reformation, in der die bildende Kunst von Lucas Cranach und seine Bilder zur Bibel eine ganz besondere Rolle spielen, hat Johannes Beer Künstlerinnen und Künstler aufgefordert, ein Werk zur Bibel einzureichen. Dabei geht es weniger umklassische Illustrationen als um die Begegnung autonomer Arbeiten mit Inhalten der Bibel, sodass ein Dialog auf Augenhöhe entsteht.
Das Spektrum reicht von Öl- oder Acrylgemälden über Zeichnungen und verschiedenste Grafiken bis hin zu fotografischen Arbeiten und Skulpturen: Ein Spiegel zeitgenössischer Kunst entsteht.
Johannes Beer: Zeitgenössische Kunst zur Bibel, Bielefeld 2012
Mittwoch, 2. Januar 2013
Ein Gesellschaftsroman
Vladimir Jabotinsky: Die Fünf, (Die Andere Bibliothek 336), Berlin 2012"Ein Gesellschaftsroman über den Untergang des bürgerlich-jüdischen Odessa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine Wiederentdeckung – Die »Buddenbrooks« am Schwarzen Meer
Im Jahr 1935 unternimmt Vladimir Jabotinsky, streitbarer Mitbegründer der zionistischen Bewegung und brillanter Feuilletonist, eine imaginär-romanhafte Reise in das alte Odessa, in dem er 1880 geboren wurde, seine Kindheit und jungen Jahre verbrachte.
Die Fünf: eine elegische Erinnerung an eine vergehende Welt, verkörpert in den fünf Geschwistern der Familie Milgrom, die in den politisch-kulturellen Wirren ihrer Zeit, zwischen revolutionärer Gewalt und Assimilation, heranwachsen. Das damalige Odessa ist noch eine kosmopolitisch tolerante Stadt am Schwarzen Meer, ein Vielvölkergemisch, in dem das Ukrainische und das Russische, das Jüdische und das Deutsche, das Armenische und das Griechische nebeneinander existieren. Durchdrungen vom Parfüm dieser sinnlichen, vitalen und polyglotten Prosa, begegnet uns in Vladimir Jabotinskys Roman vom Verfall einer Familie ein intimes Odessa mit seinen Plätzen, Straßen und Cafés – ein theatralisches, tragisches Menschenschauspiel. Es sind die letzten Tage von Odessa." [Klappentext]
Der Roman fängt ganz interessant an und entfaltet in unterschiedlicher Intensität das Schicksal von fünf Personen, die sich differenter kaum entwickeln könnten. Der Roman liest sich über weite Strecken durchaus spannend und interessant (vor allem wenn man die Querverweise jeweils nachschlägt), hat aber auch Längen und manche sprachliche Wiederholung (etwa wenn der Autor immer wieder betont, er erinnere sich nicht genau und könne die Ereignisse deshalb nicht exakt wiedergeben). Dennoch eine interessante Schilderung des Lebens in Odessa in den Wirren am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dienstag, 18. Dezember 2012
Im Palast der Erinnerung
Redaktionsempfehlung:
Gilles Rozier: m Palast der Erinnerung
Die Erinnerung an Jiddischland: Der Roman über die Magie einer Sprache,
einer Kultur, eines Volkes In ihrem römischen Palais, wie außerhalb der
Zeit, hütet Sulamita, eine alte Dame, das Gedächtnis – an ein verlorenes
Land, ein versunkenes Atlantis, wo zwischen den beiden Weltkriegen in
Warschau die Poesie regierte; verfasst in Jiddisch, dieser unvordenklich
alten Sprache, Muttersprache von 11 Millionen Menschen vor dem letzten
Krieg. Die Waise Pierre sucht das Gespräch mit Sulamita – auf der Suche
nach seiner verlorenen Vergangenheit, den eigenen Ursprüngen, nur mit
dem Namen seiner polnischen Großmutter im Lebensgepäck. Sulamita
antwortet ihm aus dem Palast der Erinnerung.Wir folgen dem Werdegang von drei Dichtern, »Sternschnuppen« am Himmel von Warschau, die sich entschieden hatten, die alte Sprache Jiddisch einheimisch zu machen: Peretz Markish (1895–1952), Melekh Rawicz (1893–1976) und Uri Zvi Grinberg (1896–1981). Drei Dichter, die sich über alle Kontinente zerstreuten. Damals waren sie jung, hatten ihre Geliebten und den Ruhm in ihrer Sprache – bis zur Katastrophe, in der alles verschwand, das Land und die Bücher, die Körper und die Seelen.
»Im Palast der Erinnerung« wird alles wieder lebendig, erwachen die Geschichten, Anekdoten, Briefwechsel, Gedichte; es wiedererwachen alte Landschaften, Polen, Weißrussland, die Ukraine, Österreich-Ungarn – es leuchtet in Prosa und Poesie die Sprache eines alten Europa.
Die Mühle und das Kreuz
Ein Tipp für geruhsame Winterstunden:Die Mühle und das Kreuz (OmU) 2011 - DVD
Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen.
Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen.
Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten ...
Dazu als Hintergrundinformation jenes wissenschaftliche Buch zum Gemälde von Bruegel, auf das sich der Regisseur beim Film bezieht und das in der gerade im September erschienenen deutschen Ausgabe wiederum auf den Film Bezug nimmt:Gibson: Die Mühle und das Kreuz: Peter Bruegels KREUZTRAGUNG
Das Buch von Michael Francis Gibson konfrontiert den Leser mit dem Geschehen des überraschenden Bildes von Pieter Breugel d.A., Die Kreuztragung, ein zweischichtiges Werk, das gleichzeitig die Leidensgeschichte Christi und die Exekution eines Predigers der Reformation zu Bruegels Zeiten schildert. Das Buch ist, wie die New York Times bestaetigt, "ebenso interessant zu lesen und faszinierend wie ein erstklassiger Spionageroman", inspirierte Lech Majewski zu dem Film Die Mühle und das Kreuz. Diese neue Auflage des Buches stuetzt sich auf neue, detaillierte Photos, die es dem Leser ermoeglichen erstaunliche bisher nicht bekannte Details zu sehen.
Freitag, 30. November 2012
Licht, das singt
Ottmar Hinz (Hg.): Licht, das singt: Das Bremer Fensterwerk von Alfred Manessier, 136 Seiten, Bremen 2012Wer die gotische Bremer Ratskirche Unser Lieben Frauen im Herzen Bremens betritt, wird sofort von den außergewöhnlichen Lichtverhältnissen und den farbenprächtigen Fenstern in ihren Bann gezogen. Zwischen 1965 und 1979 schuf der französische Maler Alfred Manessier (1911 – 1993) dieses Ensemble von 20 Kirchenfenstern, das durchaus als Meilenstein in der Geschichte der europäischen Glasfensterkunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann. Mit Licht, das singt erscheint nun erstmals eine umfassende Darstellung dieses zeitlos modernen Werkes. Das Buch dokumentiert Manessiers Bremer Fensterkunst in Gesamt- und Detailaufnahmen und beleuchtet in Textbeiträgen unterschiedliche Facetten der Kunstauffassung und Persönlichkeit des Künstlers, die Quellen seiner Inspiration und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den norddeutschen Auftraggebern, die sich vor 50 Jahren bewusst für die abstrakte Kunst und gegen die gegenständlich erzählende Kirchenfenstertradition entschieden haben. Manessiers Bremer Fensterzyklus entfaltet seinen ästhetischen Reiz und seine spirituelle Kraft durch nähere Betrachtung. Dieser reich bebilderte Band lädt dazu ein, einen detaillierten Blick auf und durch die gläserne Farbenpracht zu werfen.
Handbuch kulturelle Bildung
Hildegard Bockhorst / Vanessa-Isabelle Reinwand / Wolfgang Zacharias (Hrsg.)Handbuch Kulturelle BildungSchriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 30, München 2012, 1080 Seiten
Was ist Kulturelle Bildung? Was sind ihre theoretischen Grundlagen? In welchen Handlungsfeldern, Kunstsparten, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Kontexten und Wirkungsformen findet sie statt? Obwohl Kulturelle Bildung seit einigen Jahren in aller Munde ist und zahlreiche Positionspapiere, Stellungnahmen, Modelle und Projekte ihre Aktualität und Bedeutung betonen, gab es bisher keine Gesamtdarstellung eines von vielen Expertinnen und Experten getragenen Verständnisses Kultureller Bildung.
Das Handbuch Kulturelle Bildung versammelt nun erstmals systematisch über 180 Beiträge von fast ebenso vielen Autorinnen und Autoren, die Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung umfassend darstellen. Teil I widmet sich den anthropologischen, pädagogischen, ästhetischen und gesellschaftlichen Fundamenten. Teil II entfaltet und bündelt die Komplexität und Vielfalt der Praxis Kultureller Bildung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Orte, Zielgruppen und Themen und ihre politischen Dimensionen im Dreieck von Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik.
Dieser erste kollektive Gesamtüberblick versucht das Besondere der Kulturellen Bildung darzustellen – auch in Differenz zu anderen Disziplinen und Bildungsfeldern. Das Handbuch wendet sich damit sowohl an Praktikerinnen und Praktiker aus kulturpädagogischen und kulturvermittelnden Professionen als auch an Lernende und Lehrende in Studium und Forschung.
Dienstag, 14. August 2012
Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen
Henke/Spalinger/Zürcher (Hg.) Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen: Ein kritischer Reader
Bilden sich durch die sogenannte Wiederkehr des Religiösen in der bildenden Kunst heilige oder auch unheilige Allianzen? Dieses Buch thematisiert die Zusammenhänge von zeitgenössischer Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen, indem es das Feld zwischen privater Religiosität und kritischer Theologie auslotet.
Die Beiträge zeigen auf, wie sich religiöse Fragen im säkularen Hochschulkontext als ästhetische Herausforderungen auch im konfessionellen Sinn bearbeiten lassen und welche Bedeutung künstlerischer Arbeit für die Vermittlung von Religion außerhalb von Kirche und Politik zukommt.
Damit richtet sich das Buch nicht nur an Künstler/-innen, sondern auch an Kulturwissenschaft, Kunst- und Religionspädagogik, Theologie sowie Kuratorinnen und Kuratoren.
Leseprobe PDF
Freitag, 27. Juli 2012
documenta
Dirk Schwarze: Meilensteine: Die Documenta 1 - 13Von Dirk Schwarze, dem langjährigen kritischen Begleiter der documenta-Ausstellungen, ist gerade die aktualisierte 3. Auflage seines Buches "Meilensteine" erschienen, die nun auch einen Blick auf die aktuelle Documenta wirft.
"Mit den fünf Kunstwerken aus der aktuellen Ausstellung präsentiert das Buch jetzt 60 Kunstwerke und Künstler. Aus der dOCUMENTA (13) werden Mark Dion, Fiona Hall, William Kentridge, Gohka Macuga und Yan Lei mit ihren Räumen vorgestellt."
Freitag, 20. Juli 2012
Die Sprache der Liturgie
Meyer-Blanck (Hg.): Die Sprache der Liturgie
Die Agende ist Anwalt der Kirche gegenüber den flatterhaften
Tagesemotionen des Liturgen. Aber Liturgie funktioniert nur, wenn sie
gesprochen wird, als handle es sich um individuell geprägte Texte. Das
ist das Geheimnis liturgischer Kunst. »Was hat nun der Geistliche hier
zu tun? Im wesentlichen hat er es mit der Sprache zu tun«, schrieb schon
Schleiermacher. Die »religiöse Thätigkeit« des Liturgen sei das Mittel,
»die religiöse Thätigkeit aller anderen zu erhöhen. Dies fällt in den
Begriff der Kunst« (Praktische Theologie, 75).Mit der Kunst der Sprache in der Liturgie beschäftigte sich das 3. internationale Bugenhagen-Symposium in Braunschweig im September 2011, das hier dokumentiert wird.
Mit Beiträgen von Jochen Arnold (Hildesheim / Leipzig), Alexander Deeg (Leipzig), Siegfried Eckert (Bonn), Erich Garhammer (Würzburg), Hans-Martin Gutmann (Hamburg), Andreas Mertin (Hagen), Michael Meyer-Blanck (Bonn), Holger Milkau (Neapel) und Ilona Nord (Hamburg).
Dienstag, 17. Juli 2012
Von der Freiheit
Wolfgang Huber: Von der Freiheit: Perspektiven für eine solidarische Welt
Der langjährige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber entdeckt die reformatorische Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit neu: Sie umfasst den Abschied vom Verfügen und den Aufbruch zu einem guten und gerechten Leben. Freiheit wird gerne mit Verantwortungslosigkeit und Bindungslosigkeit verwechselt. Wolfgang Huber zeigt demgegenüber, dass sich Freiheit in christlicher Perspektive gerade in der Solidarität entfaltet. Sie ist keine reine Privatsache und kein Freizeitvergnügen, sondern wird vor allem im sozialen, öffentlichen und politischen Leben wirksam. Solidarität mit den Schwachen, Rücksicht auf künftige Generationen und Verantwortung für das Ganze sind keine Beschränkungen, sondern Folgen einer kommunikativ und solidarisch verstandenen Freiheit.
Sonntag, 8. Juli 2012
Theologische Klangrede
Rüdiger Bartelmus: Theologische Klangrede - Musikalische Resonanzen auf biblische Texte
Theologie und Musik - Musik und Theologie: Die Frage nach der Beziehung
bzw. der gegenseitigen Beeinflussung dieser beiden eigenständigen, aber
doch auch eng aufeinander bezogenen Größen bildet das einigende Band,
das die zehn hier vorgelegten Aufsätze zusammenhält. In der Mehrzahl der
Beiträge geht es um die Frage, was passiert, wenn biblische Texte mit
musikalischen Mitteln zum Sprechen gebracht werden. Es wird aber auch in
umgekehrter Richtung gefragt, wie aus biblischen Vorlagen Textbücher
entstehen, die geeignete Vorlagen für Kompositionen bilden können; das
schließt Reflexionen betreffs der Übersetzbarkeit solcher Texte in
andere Sprachen ein. Nur der Aufsatz zu den Davidpsalmen ist etwas
anders fokussiert: Es geht um die Rolle der Psalmen in der Musik- wie in
der Theologiegeschichte.
30 Jahre Joseph Beuys 7000 Eichen
Joseph Beuys. 30 Jahre. 7000 Eichen

Am 16. März 1982 pflanzte Joseph Beuys anlässlich der documenta 7 vor dem Portal des Fridericianums die erste seiner 7000 Eichen. 30 Jahre später will die Stiftung 7000 Eichen mit der an die Bedeutung des Werkes und an die Aktualität des Beuys'schen Denkens erinnern. Mit einer Vielzahl von Bildern sowie mit verschiedenen Essays wird die ständig sich wandelnde Gestalt und Wirkungsgeschichte dieser lebendigen Plastik dokumentiert. In anderen Beiträgen wird dem Einfluss von Beuys auf die zeitgenössische Kunst nachgegangen wie er sich u. a. an den in der Kunsthalle Fridericianum gezeigten Arbeiten junger Konzeptkünstler nachweisen lässt. Auf der diesjährigen dOCUMENTA (13) werden die Ideen von Beuys in verschiedenen Arbeiten sichtbar, stellvertretend seien Giuseppe Penone oder Jimmie Durham genannt.
Samstag, 9. Juni 2012
Empfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung
Nils Röller: Erfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung: Flusser LecturesEine kratzende Schreibfeder oder das sanfte Streifen der Finger über Touchscreens bilden Formen der Erfahrung. Sie prägen user Denken, Fühlen, Wünschen und Handeln. Der Begriff "Empfindungskörper" ist ein Vorschlag, dies zu erfassen.
Mittwoch, 6. Juni 2012
Ästhetik und Kunstphilosophie
Ästhetik und Kunstphilosophie: In Einzeldarstellungen von der Antike bis zur Gegenwart
In rund 160 strukturierten Einzeldarstellungen stellen ausgewiesene Fachleute auf 934 Seiten die zentralen Positionen der europäischen und angloamerikanischen Ästhetik und Kunstphilosophie vor. Die Darstellungen enthalten jeweils eine Kurzbiographie, eine kompakte Darsatellung des OEuvres, eine Orientierung zu Kontext und Rezeption sowie eine Bibliographie.
Ein unentbehrliches Nachschlagewerk für Studierende, Dozierende, Künstler und Galeristen.
Die Tragödie
Greiner: Die Tragödie: Eine Literaturgeschichte des aufrechten Ganges, Grundlagen und Interpretationen
Seit 2500 Jahren deuten die Menschen sich selbst und ihre Stellung in
der Welt anhand der Tragödie. Ihr Frage- und Erklärungspotential vermag
uns offenbar bis heute zu erregen, zu fesseln und zu immer neuer
schöpferischer Leistung anzuregen. Nach seinem Standardwerk zur Komödie
(A. Francke/UTB 22006) zeichnet Bernhard Greiner die Geschichte der
zentralen dramatischen Gattung nach: Intensiv setzt er sich mit der
antiken Tragödie auseinander, sodann mit Vertretern der Gattung in der
englischen und französischen Literatur des 16. und 17. Jh.s,
anschließend wird die deutsche Tragödie vom 17. Jh. bis zur Gegenwart in
ihren wichtigsten Vertretern vorgestellt. Es folgt eine Übersicht der
zentralen Tragödientheorien von Aristoteles bis zu Nietzsche und
Benjamin. Die Interpretation exemplarischer Werke dient dabei als
Ausgangspunkt zur Erläuterung leitender Fragestellungen, von Spielarten
und Begründungszusammenhängen der Tragödie in der jeweiligen Epoche –
literarische Interpretation, theoretische Reflexion und historische
Einbettung werden verbunden. So fasst das Überblickslehrbuch das
Grundlagenwissen zur Tragödie und ihrer Geschichte systematisch und
historisch strukturiert zusammen.Bernhard Greiner hat Germanistik, Philosophie, Wissenschaftliche Politik und Geschichte studiert. Er war Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Freiburg an der Universität Tübingen. Für zwei Jahre war er Inhaber des Walter Benjamin Lehrstuhls an der Hebräischen Universität Jerusalem und hielt Gastprofessuren in den USA, Israel, Australien und China. Er schrieb zahlreiche Veröffentlichungen mit den Schwerpunkten Drama und Theater, Literatur der deutschen Klassik und Romantik, deutsch-jüdische Literaturbeziehungen, Literatur des 20. Jh.s und Literaturtheorie.
Samstag, 26. Mai 2012
Gott - Welt - Mensch im 21. Jahrhundert
Die Artikelreihe, die Stefan Schütze in den letzten Jahren unter dem Stichwort "Paradigmen theologischen Denkens" im Magazin für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik veröffentlicht hat, ist nun in erweiterter und überarbeiteter Form als Print-Ausgabe im Grin-Verlag München erschienen.
Das bietet die Möglichkeit, sich den Text noch einmal in physischer und greifbarer Form vor Augen zu führen.
Stefan Schütze: "Gott", "Welt" und "Mensch" im 21. Jahrhundert: Paradigmen theologischen Denkens: Auf der Suche nach einem für mich heute trag- und sagfähigen Glauben
Mittwoch, 2. Mai 2012
Kulturkirche St. Johannis
Kulturkirche Altona: "...auf dass mein Haus voll werde": Kirche öffnen - Profil gestalten
Einen Rückblick auf 15 Jahre Kulturkirche S. Johannis in Hamburg Altona bietet dieses Buch. Das ist insofern etwas Besonderes, als dass diese Kulturkirche die radikalste Öffnung zur Profanität bei Wahrung ihrer religiösen Identität vollzogen hat. Wer also schauen will, was öffnende Kulturkonzepte zu bewirken vermögen, sollte in dieses Buch schauen.
Samstag, 28. April 2012
Unerlöste Fälle
„Ohne Zweifel trägt der Kriminalroman alle Merkmale eines blühenden Literaturzweigs zur Schau." Brechts Diagnose der späten 1930er Jahre liefert auch eine adäquate Beschreibung der Gegenwart: Der Krimimarkt floriert - und er tut es nicht zuletzt in Gestalt religionsaffiner Kriminalliteratur. Dass sich das Genre durch eine prinzipielle Nähe zu religiösen Horizonten auszeichnet (etwa wegen des Widerstreits zwischen Gut und Böse, der Thematisierung von Schuld und Sühne oder der Erlöserrolle des Ermittlers), wird ebenso oft behauptet wie bestritten. Offenkundig ist zumindest, dass nicht wenige Einzeltexte der neueren kriminalliterarischen Produktion in teilweise offensiver Weise religiöse Traditionen und Probleme einspielen und bearbeiten. Diese vielfältigen Zusammenhänge - ausgespannt zwischen ausdrücklichen Bezügen und strukturellen Phänomenen - lotet der vorliegende Band aus. Er versammelt Beiträge von Fachwissenschaftler innen verschiedener Disziplinen und umfasst ebenso Einzelinterpretationen wie breiter perspektivierte Erkundungen der Gattungs- und Forschungsgeschichte.
Mit Beiträgen von: Brigitte Boothe, Christoph Gellner, Tobias Gohlis, Mike Gray, Joachim Linder, Petros Markaris, Andreas Mauz, Regine Münz, Elio Pellin, Adrian Portmann, Christine Stark, Heinrich Steinfest, Jochen Vogt, Folkart Wittekind, Thomas Wörtche.
Mauz/Portman (Hrsg.): Unerlöste Fälle: Religion und zeitgenössische Kriminalliteratur
Freitag, 27. April 2012
Das wunderbarliche Vogelnest
Davon können wir Leser nur träumen – oder eben lesen: Das wunderbarliche
Vogelnest macht seinen Besitzer unsichtbar und eröffnet ihm
Gelegenheiten zu allem Möglichen, was sonst unmöglich wäre. In einer Fülle komischer
Szenen, amouröser Episoden und drastischer Streiche lässt Grimmelshausen
zuerst einen einfachen Soldaten und dann einen machtbesessenen, reichen
Kaufmann erzählen, wie es ihnen mit dem Vogelnest ergangen ist, und
zeichnet dabei ein Panorama der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Täuschung und Selbsttäuschung sind allgegenwärtig, denn nicht nur der
Krieg – auch der Frieden bringt, auf seine Weise, eine »verkehrte Welt«
hervor. Grimmelshausen interessiert sich aber nicht nur dafür, was seine
Figuren aus ihrer Unsichtbarkeit machen. Er geht auch der umgekehrten
Frage nach: Was macht die Unsichtbarkeit aus ihnen? Der Kaufmann gerät
ihm hierüber zur schwärzesten Figur, die er je geschaffen hat. Inmitten
von Komik und Phantastik tun sich Abgründe auf ...Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wurde 1621 oder 1622 im hessischen Gelnhausen geboren. Den Dreißigjährigen Krieg hat er von 1634 bis zum Friedensschluss 1648 aus nächster Nähe erlebt. Später wurde er Burg- und Gutsverwalter, zeitweise auch Gastwirt am Oberrhein und starb dort im August 1676 als Schultheiß von Renchen. 1672 und 1675 erschienen die beiden Bücher vom Wunderbarlichen Vogelnest.
Das wunderbarliche Vogelnest: Erster und zweiter Teil Abenteuer zweier Unsichtbarer Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts und mit einem Nachwort von Reinhard Kaiser
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