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Montag, 15. Mai 2017

Kultur und Theologie des Glockenläutens


Vögele, Wolfgang (2017): Sono auribus viventium. Kultur und Theologie des Glockenläutens in Reformation und Moderne. Münster [u.a.]: LIT (Ästhetik - Theologie - Liturgik, 68).

Zum ersten Mal werden in dieser Arbeit die Läuteordnungen der Reformation einer kritischen Sichtung unterzogen, denn neben der Theologie, Gottesdienst und Liturgie veränderten die Reformatoren auch die Praxis des Glockenläutens. In der Moderne trat neben das Läuten der Glocken eine Vielzahl von anderen Geräuschen wie Verkehrs- und Motorenlärm. Das führte zum einen zu einer Romantisierung des Geläuts, das sich in der Lyrik zeigte, zum anderen zu einer Konzentration des Glockenschlags weg von der Zeitanzeige hin zu geistlichen Zwecken. Darum stellt sich am Ende die Frage, wie das Glockenläuten im Soundscape der Gegenwart als eine Funktion gemeindlichen Handelns erhalten werden kann.

Wolfgang Vögele, geboren 1962 in Karlsruhe. Privatdozent für Systematische Theologie/Ethik an der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen. Blog „Glauben und Verstehen: www.wolfgangvoegele.wordpress.com.

Mittwoch, 3. August 2016

Kurt Marti


Bühler, Pierre; Mauz, Andreas (Hg.) (2016): Grenzverkehr. Beiträge zum Werk Kurt Martis. Göttingen, Niedersachs: Wallstein.

Kurt Marti: ein Name, der für ein Werk ganz eigener Signatur steht, für ein Leben und Schreiben, das kaum auf eine Kurzformel zu bringen ist. Als evangelischer Pfarrer hat Marti bibelexegetische Arbeiten und Predigten vorgelegt; zugleich ist er eine zentrale Figur der neuen Schweizer Mundartdichtung. Als an der konkreten Poesie geschulter Lyriker wird er zum Erneuerer der geistlichen Dichtung. Interessiert an der Valenz des Einzelworts betätigt sich Marti gleichermaßen als Sprachkritiker, -spieler und -sammler. Sei es in seiner Lyrik, seiner Prosa, im Tagebuch oder im Essay, immer erweist er sich als politisch und poetologisch reflektierender und Position beziehender Zeitgenosse. Der vorliegende Band exploriert Martis 'Multiversum' (Elsbeth Pulver). Er situiert seine Schriften in ihren jeweiligen Kontexten und fragt danach, wie sie in die Gegenwart sprechen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Diözesanmuseen


Knacker, Katharina (2016): Mission Museion. Museen der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum. Bielefeld: transcript (Edition Museum).

Wieso betreibt die katholische Kirche Museen? Mit diesem Buch betritt Katharina Knacker ein bisher kaum berücksichtigtes Forschungsfeld: das Museum in katholischer Trägerschaft. Sie liefert einen kunsthistorischen Überblick der Entwicklung dieser Institution im deutschsprachigen Raum - von Anfang des 18. Jahrhunderts bis ins neue Jahrtausend - und hinterfragt die Intentionen der Betreiber.

In empirischen Studien analysiert sie die aktuelle Arbeit von vier Einrichtungen: »Kolumba« (Köln), »Museum am Dom« (Würzburg), »Museum des Stifts Admont« (Admont) und »Dombergmuseum« (Freising).

Freitag, 6. Mai 2016

Darstellungsprobleme?


Braune-Krickau, Tobias; Scholl, Katharina; Schüz, Peter (Hg.) (2016): Das Christentum hat ein Darstellungsproblem. Zur Krise religiöser Ausdrucksformen im 21. Jahrhundert. Originalausgabe.

Mit Beiträgen u.a. von Bernhard Dressler, Albert Gerhards, Volker Gerhardt, Wilhelm Gräb und Albrecht Grözinger.

Das Christentum steht vor einem erheblichen Vermittlungsproblem. Seine klassischen Darstellungsformen sind in die Krise geraten. Es stellt sich die Frage, wie es seine überlieferten Gehalte in neue Formen gießen kann. Wie finden im Christentum die Erfahrungen von Transzendenz, die Sehnsucht nach Glück, nach Weitung des Daseins, nach Anerkennung und Liebe authentischen Ausdruck? Die Autorinnen und Autoren dieses Buches beziehen pointiert Stellung. So entsteht ein anregender und spannungsreicher Diskurs über die Zukunftsfähigkeit des Christentums und seiner Darstellungsformen.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Das Chi-Prinzip


Münch, Armin (2015): Das CHI-Prinzip - eine spekulative Christologie. Der Versuch einer Rückgewinnung der kosmischen Dimension des Christentums (Theologische Orientierungen).

Die vorliegende Arbeit betritt neue Wege in der Christologie, indem sie den "kosmischen Christus" zu neuer Geltung bringt. Das Kreuz wird nicht historisch und statisch verstanden, sondern prozesshaft und als innerweltliche Abbildung eines universalen, transzendenten Musters. Im griechischen Buchstaben X (Chi) wird dieser Vorgang sinnfällig auf den kürzesten Nenner gebracht. Der Autor beansprucht, dieses chiastische Grund-Motiv in vielfältigen Zusammenhängen aufzuzeigen, von der Antike bis in die Gegenwart. Die Christologie als das Herzstück jeder christlichen Theologie kann so anschlussfähig und aussagekräftig werden für unsere postmoderne Situation, zum Beispiel im Dialog mit den Wissenschaften, der Philosophie, der Kunst, den Religionen.

Dienstag, 3. November 2015

Angst, Zorn, Klage, Scham und Freude


Benedict, Hans-Jürgen (2015): Angst, Zorn, Klage, Scham & Freude. Theologisch-ästhetische Erkundungen zu den großen Gefühlen. Kiel: Lutherische Verl.-Ges.

Friedrich Schleiermacher proklamierte 1799, Religion sei "weder Denken noch Handeln, sondern Anschauung und Gefühl". Wenn das stimmt, was hat dann das Christentum zum Verständnis der großen Gefühle beizutragen? Vor dem Hintergrund der neueren Gefühlsforschung untersucht der Verfasser, was die jüdisch-christliche Tradition zu Gefühlen von Angst, Zorn, Klage, Hass, Scham, Schuld, Dank und Freude zu sagen hat. Schon Adam und Eva waren von den widerstreitenden Gefühlen Angst und Lust bestimmt. Nach dem Essen der verbotenen Frucht schämten sie sich. Und in den biblischen Geschichten dürfen die starken Gefühle gezeigt, sollen aber auch zivilisiert werden. In beziehungsreichen Exkursen geht Benedict auf die Behandlung der Affekte in Kunst, Oper und Literatur ein sowie auf das Thema Scham und Schuld bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Auch wenn das Christentum eine schwindende Gefühlsmacht ist, kann es mit seiner Gefühlskultur - zentriert um das Vertrauen auf Gott - zur Humanisierung menschlicher Beziehungen beitragen.

Der Autor, Jg. 1941, studierte Theologie in Hamburg, Heidelberg sowie Tübingen und promovierte 1971 in ­Bochum. Er war Pfarrer in Recklinghausen, ab 1980 in Hamburg-Steilshoop und von 1991-2006 Professor für diakonische Theologie an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie. Zahlreiche ­Veröffent­lichungen, Mitherausgeber der Zeitschrift "Junge ­Kirche". Ständige Mitarbeit bei "Evangelische Stimmen", "Evangelische Zeitung", "Zeitzeichen", "Publik-Forum", "Pfarrerblatt".

Samstag, 21. März 2015

Florenz und Bagdad


Belting, Hans (2009): Florenz und Bagdad. Eine westöstliche Geschichte des Blicks. 3. Aufl. München: Beck, C H.

Hans Belting vergleicht in diesem Buch den Blick der westlichen Welt, der im Florenz der Renaissance geboren wurde und völlig neuartige Bilder hervorbrachte, mit dem der islamischen Welt, der sich in ihrer Kunst und ihrem Verhältnis zu Bildern ausdrückt.

Zugleich macht Belting deutlich, wie das westliche Bild der Neuzeit erst in einem intensiven Austausch mit Wissenschaft und
Kultur der arabischen Welt entstehen konnte.

Sein souveräner Vergleich zeigt die  Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Denkweise von West und Ost in einem neuen und überraschenden Licht.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

An-Sichten


Carl, Hans-Ulrich (2014): An-Sichten. 99 Versuche, sich einem Bild zu nähern. Am Beispiel der "Kreidefelsen auf Rügen" von Caspar David Friedrich. Stuttgart: Radius.

Aus dem Vorwort des Verfassers: ... "Mit zwei Augen haben wir gelernt, das alles angemessen zu erfassen. Und dabei brauchten wir hundert Augen, um in aller Tiefe und Weite wahrzunehmen, was jedes einzelne Bild enthält und was es bewirkt. Auf den folgenden Seiten finden Sie verschiedene Wege, an ein einzelnes Bild heranzutreten und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Dass ich das bekannte Gemälde eines berühmten Künstlers zu diesem Zweck ausgewählt habe, macht es leichter, sich auf eine große Vielfalt von plausiblen Zugängen einzulassen. Aber eine ganze Menge von diesen An-Sichten ist für jedes Bild anwendbar, das uns begegnet, um nicht zu sagen notwendig."

Mittwoch, 16. Juli 2014

Das Paradies in Bibel und Bildender Kunst


Kessler, Rainer; Schwebel, Horst (Hg.) (2014): Das Paradies in Bibel und bildender Kunst. Marburg: Blaues Schloss (Theologie im Paradies, Band 2+3).

Die Veranstaltungsreihe heißt „Theologie im Paradies“ und findet in einem alten Klostergarten statt.

Der Beitrag von Rainer Kessler zum Paradies in der biblischen Tradition umfasst drei Teile. Der erste Teil erläutert den Hintergrund der Vorstellung vom Paradiesgarten. Er liegt in den Gartenanlagen der altorientalischen Könige, die mit exotischen Bäumen bepflanzt, bewässert und eingefriedet sind. Im Hauptteil des Vortrags wird die Paradiesvorstellung aus dem 1. Mosebuch behandelt. Dieses Paradies ist ein mythischer Ort, der gleichwohl der irdischen Geographie zugehört. Der dritte Teil erläutert, wie daraus das Paradies als Ort im Jenseits wurde, dem als Gegenort die Hölle entspricht. Nach christlicher Tradition ist es Christus, der das einst unzugängliche Paradies wieder aufgeschlossen hat.

Horst Schwebels Beitrag präsentiert ein Bild von Jirí Kolár. Beim Bild handelte es sich um eine Collagenarbeit, die den „Sündenfall“ von Hugo van der Goes zum Ausgangspunkt nahm. Während van der Goes den Mythos als Beginn eines Verhängnisses deutete, kommt es bei Kolárs „Sündenfall“ zu einem guten Ausgang.

Sonntag, 8. Juni 2014

Was Bilder erzählen


Wellershoff, Dieter (2013): Was die Bilder erzählen. Ein Rundgang durch mein imaginäres Museum. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Dieses Buch ist eine Überraschung. Dieter Wellershoff, seit vielen Jahrzehnten als Autor von Romanen, Erzählungen und Essays bekannt, hat mit 87 Jahren einer lebenslangen Faszination folgend ein Buch über Malerei geschrieben. Kenntnisreich und sensibel schlägt er einen weiten Bogen von der Hochrenaissance bis zur aktuellen Kunstszene. Anhand von über 230 Gemälden und fast 80 Künstlern stellt er das fortwährend sich wandelnde Farben- und Formenspektrum der Malerei als ebenbürtigen, souveränen Geschwistersinn menschlicher Selbst- und Welterfahrung neben der Literatur dar.Es ist eine Schule des Wahrnehmens und des Imaginierens, in die Dieter Wellershoff seine Leser einführt.

Samstag, 14. Dezember 2013

Kunst, Kirche, Kontroversen


Meyer zu Schlochtern, Josef (Hg.) (2013): Kunst, Kirche, Kontroversen. Der Streit um die kirchlichen Begleitausstellungen zur documenta: Schöningh Paderborn.

Eine Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol im Turm der St. Elisabeth-Kirche in Kassel empfand die Leitung der zeitgleich stattfindenden dOCUMENTA (13) als Provokation: das Werk greife massiv in den Rezeptionsraum der eigenen Ausstellung ein. Der Vorwurf löste eine kontroverse Diskussion über die kirchlichen Begleitausstellungen zur documenta aus. Der vorliegende Band beschreibt die umstrittenen kirchlichen Kunstprojekte, die während der verschiedenen documenta-Ausstellungen durchgeführt wurden; er enthält Beiträge von Kunstwissenschaftlern und Theologen zur Kunst von Stephan Balkenhol sowie zur Autonomie der Kunst und ihrem Verhältnis zur Kirche. In einem ausführlichen Gespräch äußert sich Stephan Balkenhol selbst zu seiner Ausstellung in der St. Elisabeth-Kirche und zu der von ihr ausgelösten Kontroverse.

Mit Beiträgen von Josef Meyer zu Schlochtern, Burghard Preusler, Alois Zimmer, Christoph Baumanns, Andreas Mertin, P. Elmar Salmann OSB, Stephan Balkenhol, Dirk Schwarze, Michael Hübl und Friedrich Meschede

Freitag, 6. Dezember 2013

Dein Plan für das Paradies


Dein Plan für das Paradies: Madeleine Dietz - Sakrale Räume

Die Künstlerin "Madeleine Dietz ist eine Archäologin der menschlichen Seele. Sie macht sich auf die Suche nach den grundlegenden Fragen des Seins. Erde und Stahl sind ihre bevorzugten künstlerischen Materialien.

Erde ist der Boden, auf dem etwas wächst, der Boden, auf dem etwas leben kann, fruchtbarer Boden. Der Mensch bearbeitet die Erde, pflegt sie, lässt sie auch verderben oder beutet sie aus. Für Madeleine Dietz ist die Erde das Symbol von Werden und Vergehen, vom Kreislauf des Lebens, verbunden mit dem Nebeneinander von Leere und Fülle, das menschliche Leben, das in seinem Schicksal oft unberechenbar ist, der unabänderliche irdische Tod, verbunden mit der Hoffnung auf Erlösung, aber auch der Frage nach dem, was bleibt.

In seiner Glätte und Kühle ist der Walzstahl das Gegenstück zum Erdigen. Madeleine Dietz verwendet ihn zum Bauen von Hohlkörpern, die sie meist als Tresore oder Schreine bezeichnet. Er bildet den Rahmen, grenzt ab, schließt aus, deckt ab, bewahrt."

Mittwoch, 28. August 2013

Hiob


Schüßler, Werner; Röbel, Marc (Hg.) (2013): HIOB, transdisziplinär. Seine Bedeutung in Theologie und Philosophie, Kunst und Literatur, Lebenspraxis und Spiritualität. Münster: LIT (Herausforderung Theodizee. Transdisziplinäre Studien, Bd. 3).

Die Gestalt des biblischen Hiob hat von alters her zu den verschiedensten Deutungen und Interpretationen Anlass gegeben. Der vorliegende Band geht den unterschiedlichen Facetten dieser Deutungen in Theologie und Philosophie, Kunst und Musik, Film und Literatur, Psychologie, Lebenspraxis und Spiritualität nach. Auf diese Weise möchte er einen Beitrag leisten zur umfassenden Rezeptionsgeschichte der biblischen Hiob-Gestalt, die weit über die Grenzen der Theologie hinausreicht.

Prof. Dr. Dr. Werner Schüßler ist Ordinarius für Philosophie an der Theologischen Fakultät Trier.

Dr. Marc Röbel ist Geistlicher Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld.

Dienstag, 18. Juni 2013

Musik in Religion - Religion in Musik


M. Keuchen/H. Kuhlmann/M. Leutzsch (Hrsg.), Musik in Religion - Religion in Musik (Popkult), Jena 2013.

Der vorliegende Band geht vielfältigen Verbindungslinien zwischen diesen beiden Feldern menschlichen Handelns, Erlebens und Reflektierens nach. In den Blick geraten Musicals und Musikvideos ebenso wie Gottesdienst in Kirche und Synagoge, Orchesterwerke und Gesangbücher, Popmusik und Posaunen, religions- und missionspädagogische Arbeitsfelder ebenso wie die Massenmedien. Es geht um das Verhältnis von musikalischer Religion und religiöser Musik, um theologische Hermeneutik von Musik und musikalische Thematisierung von Religion. Die Menschen, die Musik machen und erleben, sind ebenso Thema wie die Engel, Popstars ebenso wie der singende Christus. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Religion, Musik und Geschlecht, nach religiös grundierter Zukunftserwartung und Gegenwartsgestaltung im Musikmachen und -hören, analysiert werden Transformationsprozesse, auch Vergessenes wird wieder in Erinnerung gebracht.

42 beteiligte Autorinnen und Autoren auf 480 Seiten!

Freitag, 31. Mai 2013

Bilder predigen


Ulrichs, Hans-Georg (Hg.) (2013): Bilder predigen. Gottesdienste mit Kunstwerken. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (Dienst am Wort, Band 152).

Bilder haben das Potenzial, anregend zu sein. Darum sind sie eine Bereicherung auch für Gottesdienst und Predigt. Leicht ist der homiletische Umgang mit ihnen jedoch nicht. Da bedarf es der Anleitung. Oder besser: vieler verschiedener Beispiele. In dem von Hans Georg Ulrichs herausgegebenen Band sind es 13 Bilder und 13 Predigten, die so bereits gehalten worden sind. Predigten zu kirchenjahreszeitlichen Festen stehen neben Predigten in Kasualgottesdiensten. Kunstwerke vom späten Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts werden interpretiert. Manche Prediger beschauen die Bilder lang und vertiefend, andere wiederum nehmen nur kurz, dann aber nicht selten final darauf Bezug. Manche bevorzugen einen illustrierenden Gebrauch, andere wiederum konfrontieren Herkömmliches mit dem Bild. Manche deuten die Bibel, andere erhellen die menschliche Existenz und führen dann zum Glauben. Diese Predigten in ihrer Buntheit machen Mut, Kunst als homiletische Chance und Herausforderung anzunehmen.

Eine ausführliche Rezension findet sich im Magazin für Theologie und Ästhetik.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Malen mit Glas und Licht


Aus dem Inhalt:
  • Wilhelm Peters: Sein Selbstverständnis als Leiter einer Glaswerkstätte
  • Horst Schwebel: Mit Licht und Farbe malen und gestalten
  • Bazon Brock: Licht ist der Schatten Gottes
  • Holger Brülls: Grenzen und Chancen der Glasmalerei in der Gegenwart
  • Walter Zahner: Architektur ist Baukunst aus Raum und Licht
  • Horst Schwebel : SolarGlasKunst auf dem Prüfstand
  • sowie weiteren Beiträgen von und mit Thomas Kuzio, Jochem Poensgen, Raphael Seitz, Holger Brülls und Egon Vaupel  
Schwebel, Horst (Hg.) (2012): Ein Ausblick. Malen mit Glas und Licht.
Paderborn (Glasmalerei für das 21. Jahrhundert, 2).

Dienstag, 12. Februar 2013

Bilderverbot und Religionsunterricht




„Judentum, Christentum und Islam kennen ein sog. Bilderverbot. Dennoch sind die von ihnen geprägten Kulturräume keineswegs bilderlos. Vielmehr haben sie je eigene künstlerisch-ästhetische Traditionen ausgeprägt, etwa in den Bereichen Kalligrafie, Architektur, bildende Künste. Welche Rolle spielen Bilder im Religionsunterricht von Judentum, Christentum und Islam? Wie können Juden, Christen und Muslime angesichts von Medialisierung und „iconic turn“ so mit Bildern umgehen, dass ihr Religionsunterricht weder realitätsfern noch traditionsvergessen ist? Zur Beantwortung dieser Fragen werden grundlegende theologische sowie kunstgeschichtliche Einsichten aus den drei Religionen, zudem bilddidaktische Zugänge aus Kunstdidaktik und einschlägigen Religionsdidaktiken vorgestellt.“

Dienstag, 8. Januar 2013

Zeitgenössische Kunst zur Bibel


Anlässlich der Lutherdekade zum 500. Jahrestag der Reformation, in der die bildende Kunst von Lucas Cranach und seine Bilder zur Bibel eine ganz besondere Rolle spielen, hat Johannes Beer Künstlerinnen und Künstler aufgefordert, ein Werk zur Bibel einzureichen. Dabei geht es weniger umklassische Illustrationen als um die Begegnung autonomer Arbeiten mit Inhalten der Bibel, sodass ein Dialog auf Augenhöhe entsteht.
Das Spektrum reicht von Öl- oder Acrylgemälden über Zeichnungen und verschiedenste Grafiken bis hin zu fotografischen Arbeiten und Skulpturen: Ein Spiegel zeitgenössischer Kunst entsteht.

Johannes Beer: Zeitgenössische Kunst zur Bibel, Bielefeld 2012

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Mühle und das Kreuz


Ein Tipp für geruhsame Winterstunden:

Die Mühle und das Kreuz (OmU) 2011 - DVD

Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen.

Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen.

Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten ...


Dazu als Hintergrundinformation jenes wissenschaftliche Buch zum Gemälde von Bruegel, auf das sich der Regisseur beim Film bezieht und das in der gerade im September erschienenen deutschen Ausgabe wiederum auf den Film Bezug nimmt:

Gibson: Die Mühle und das Kreuz: Peter Bruegels KREUZTRAGUNG

Das Buch von Michael Francis Gibson konfrontiert den Leser mit dem Geschehen des überraschenden Bildes von Pieter Breugel d.A., Die Kreuztragung, ein zweischichtiges Werk, das gleichzeitig die Leidensgeschichte Christi und die Exekution eines Predigers der Reformation zu Bruegels Zeiten schildert. Das Buch ist, wie die New York Times bestaetigt, "ebenso interessant zu lesen und faszinierend wie ein erstklassiger Spionageroman", inspirierte Lech Majewski zu dem Film Die Mühle und das Kreuz. Diese neue Auflage des Buches stuetzt sich auf neue, detaillierte Photos, die es dem Leser ermoeglichen erstaunliche bisher nicht bekannte Details zu sehen.

Freitag, 30. November 2012

Licht, das singt


Ottmar Hinz (Hg.): Licht, das singt: Das Bremer Fensterwerk von Alfred Manessier, 136 Seiten, Bremen 2012

Wer die gotische Bremer Ratskirche Unser Lieben Frauen im Herzen Bremens betritt, wird sofort von den außergewöhnlichen Lichtverhältnissen und den farbenprächtigen Fenstern in ihren Bann gezogen. Zwischen 1965 und 1979 schuf der französische Maler Alfred Manessier (1911 – 1993) dieses Ensemble von 20 Kirchenfenstern, das durchaus als Meilenstein in der Geschichte der europäischen Glasfensterkunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann. Mit Licht, das singt erscheint nun erstmals eine umfassende Darstellung dieses zeitlos modernen Werkes. Das Buch dokumentiert Manessiers Bremer Fensterkunst in Gesamt- und Detailaufnahmen und beleuchtet in Textbeiträgen unterschiedliche Facetten der Kunstauffassung und Persönlichkeit des Künstlers, die Quellen seiner Inspiration und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den norddeutschen Auftraggebern, die sich vor 50 Jahren bewusst für die abstrakte Kunst und gegen die gegenständlich erzählende Kirchenfenstertradition entschieden haben. Manessiers Bremer Fensterzyklus entfaltet seinen ästhetischen Reiz und seine spirituelle Kraft durch nähere Betrachtung. Dieser reich bebilderte Band lädt dazu ein, einen detaillierten Blick auf und durch die gläserne Farbenpracht zu werfen.