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Montag, 15. Mai 2017

Kultur und Theologie des Glockenläutens


Vögele, Wolfgang (2017): Sono auribus viventium. Kultur und Theologie des Glockenläutens in Reformation und Moderne. Münster [u.a.]: LIT (Ästhetik - Theologie - Liturgik, 68).

Zum ersten Mal werden in dieser Arbeit die Läuteordnungen der Reformation einer kritischen Sichtung unterzogen, denn neben der Theologie, Gottesdienst und Liturgie veränderten die Reformatoren auch die Praxis des Glockenläutens. In der Moderne trat neben das Läuten der Glocken eine Vielzahl von anderen Geräuschen wie Verkehrs- und Motorenlärm. Das führte zum einen zu einer Romantisierung des Geläuts, das sich in der Lyrik zeigte, zum anderen zu einer Konzentration des Glockenschlags weg von der Zeitanzeige hin zu geistlichen Zwecken. Darum stellt sich am Ende die Frage, wie das Glockenläuten im Soundscape der Gegenwart als eine Funktion gemeindlichen Handelns erhalten werden kann.

Wolfgang Vögele, geboren 1962 in Karlsruhe. Privatdozent für Systematische Theologie/Ethik an der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen. Blog „Glauben und Verstehen: www.wolfgangvoegele.wordpress.com.

Freitag, 21. Oktober 2016

Nick Cave


Matthias Surall: "And God is never far away". Spannende Theologie im Werk von Nick Cave, Münster 2016.

Von “The Mercy Seat” über “The Weeping Song” bis zu “Into My Arms” und “Dig, Lazarus, Dig!!!”: die Songs von Nick Cave prägen die Popmusikkultur. Gleichzeitig ist der Sänger, Texter, Autor und Performer mit seiner kontinuierlichen, genre- und grenzüberschreitenden Karriere ein geradezu prototypischer Pop-Künstler der Postmoderne.
Diese Studie in Gestalt eines Werkkommentars untersucht das vielschichtige Œuvre von Nick Cave aus kulturtheologischer Perspektive. Denn der Reichtum biblischer Bezüge und theologischer Aspekte in Nick Caves multimedialem und multidisziplinärem Schaffen ist evident. Dabei stellt sich heraus, dass in Nick Caves Werk eine eigene, spezifische „Laientheologie“ gelesen werden kann, die hier herausgearbeitet und analysiert wird.

Dr. Matthias Surall hat Evangelische Theologie studiert und ist Beauftragter für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste der Ev.--luth. Landeskirche Hannovers. Davor war er Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Paderborn.

Mittwoch, 3. August 2016

Kurt Marti


Bühler, Pierre; Mauz, Andreas (Hg.) (2016): Grenzverkehr. Beiträge zum Werk Kurt Martis. Göttingen, Niedersachs: Wallstein.

Kurt Marti: ein Name, der für ein Werk ganz eigener Signatur steht, für ein Leben und Schreiben, das kaum auf eine Kurzformel zu bringen ist. Als evangelischer Pfarrer hat Marti bibelexegetische Arbeiten und Predigten vorgelegt; zugleich ist er eine zentrale Figur der neuen Schweizer Mundartdichtung. Als an der konkreten Poesie geschulter Lyriker wird er zum Erneuerer der geistlichen Dichtung. Interessiert an der Valenz des Einzelworts betätigt sich Marti gleichermaßen als Sprachkritiker, -spieler und -sammler. Sei es in seiner Lyrik, seiner Prosa, im Tagebuch oder im Essay, immer erweist er sich als politisch und poetologisch reflektierender und Position beziehender Zeitgenosse. Der vorliegende Band exploriert Martis 'Multiversum' (Elsbeth Pulver). Er situiert seine Schriften in ihren jeweiligen Kontexten und fragt danach, wie sie in die Gegenwart sprechen.

Zwischen Schloss und Irrenhaus


Dücker, Burckhard; Röske, Thomas; Vögele, Wolfgang (Hg.) (2016): Zwischen Schloss und Irrenhaus. Die Aufzeichnungen Hermann Paternas entschlüsselt und kontextualisiert von einer studentischen Arbeitsgruppe. Prinzhorn-Sammlung. Heidelberg.

Als Gegenpol zum akademisch gebildeten Avantgarde-Künstler Paul Goesch widmet die Sammlung Prinzhorn eines ihrer Kabinette dem Schneidergesellen Hermann Paterna (1870-1913). Im Mittelpunkt des studentischen Ausstellungsprojekts „Zwischen Schloss und Irrenhaus – Die Aufzeichnungen Hermann Paternas“ steht das Notizheft des Gesellen aus seiner Zeit in der Heidelberger Psychiatrischen Klinik 1906, das vier Promovendinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Burkhardt Dücker und PD Dr. Wolfgang Vögele transkribiert und kulturhistorisch eingeordnet haben. Die kleine Schau wirft damit ein Schlaglicht auf die kreative Hinterlassenschaft eines Handwerkers, den es an den Rand der Gesellschaft verschlagen hatte.Paterna nutze sein Notizbuch vielseitig: Er notierte, skizzierte oder kritzelte verschiedenste Lieder, Briefe, Lebensläufe, Risszeichnungen und Bilder. Dieses schwer entzifferbaren Sammelsuriums, das in der Sammlung Prinzhorn aufbewahrt wird, nahm sich seit 2014 eine Arbeitsgruppe an der Heidelberger Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften an. Die studentische Gruppe verortete Paternas Schicksal zum einen mit Hilfe historischer Quellen über das Dasein von Handwerkern um 1900. Sie verglich seine autobiographischen Aufzeichnungen, die viel über das Wanderleben des Gesellen mitteilen, mit damals üblichen Lebensläufen. Außerdem wertete sie die zahlreich notierten Liedtexte daraufhin aus, was sie über die Schulbildung und die Geselligkeit Paternas, aber auch über seine Kreativität verraten. Denn den Liedtexten fügte er immer wieder eigene Zeilen hinzu.Daneben untersuchten die vier Teilnehmerinnen aber auch die Krankenakte Paternas und verglichen die festgehaltenen biographischen Daten mit fiktiven Momenten in den autobiographischen Texten. Grund hierfür ist, dass der Geselle der festen Überzeugung war, von adeliger Abstammung zu sein, und glaubte, er sei als Kind von Zigeunern verschleppt worden. Schließlich wurde auch das Verhältnis von Bild und Text im Notizbuch untersucht. Denn neben berufsspezifischen Skizzen für Kleidung finden sich teilweise sehr fantasievolle Bildschöpfungen, die geradezu surrealistische Qualitäten entfalten.Ein Gefühl dafür, welcher Aufgabe sich die Studentinnen beim Entziffern und Transkribieren des Notizheftes in die heute gängige Lateinschrift stellten, kann man beim Besuchs des Kabinetts ebenfalls bekommen: Auf einem Pult liegen Kopien der Notizheft-Seiten sowie eine Alphabet der Kurrentschrift. Jeder darf sich dort gerne selbst an die Arbeit machen und die Handschrift Paternas entschlüsseln. Außerdem möchte die Arbeitsgruppe die Besucher zum Nachdenken darüber anregen, welche Parallelbiografie sie für sich selbst erfinden möchten. Ideen dazu können auf bereitliegenden Zetteln notiert und auf der Pinnwand hinterlassen werden.

Freitag, 6. Mai 2016

Darstellungsprobleme?


Braune-Krickau, Tobias; Scholl, Katharina; Schüz, Peter (Hg.) (2016): Das Christentum hat ein Darstellungsproblem. Zur Krise religiöser Ausdrucksformen im 21. Jahrhundert. Originalausgabe.

Mit Beiträgen u.a. von Bernhard Dressler, Albert Gerhards, Volker Gerhardt, Wilhelm Gräb und Albrecht Grözinger.

Das Christentum steht vor einem erheblichen Vermittlungsproblem. Seine klassischen Darstellungsformen sind in die Krise geraten. Es stellt sich die Frage, wie es seine überlieferten Gehalte in neue Formen gießen kann. Wie finden im Christentum die Erfahrungen von Transzendenz, die Sehnsucht nach Glück, nach Weitung des Daseins, nach Anerkennung und Liebe authentischen Ausdruck? Die Autorinnen und Autoren dieses Buches beziehen pointiert Stellung. So entsteht ein anregender und spannungsreicher Diskurs über die Zukunftsfähigkeit des Christentums und seiner Darstellungsformen.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Religionssoziologie


Eßbach, Wolfgang (2014): Religionssoziologie 1. Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen. Paderborn: Fink, Wilhelm.

Ein "Opus magnum", das auf den Tisch jedes Theologen und religiös Interessieren gehört, der über Religion und die Veränderung der Religionen in Europa in den letzten Jahrhunderten informiert sein will.

[Klappentext] Zwischen christlichem Glauben und religiöser Indifferenz sind in Europa neue Religionen entstanden, die bis in unsere Gegenwart ausstrahlen und die Wertorientierung leiten. Auf dem Wege einer historisch-soziologischen Analyse der Konjunkturen des Themas »Wiederkehr von Religion« entwickelt Wolfgang Eßbach eine Typologie europäischer Religionen in der Moderne. Behandelt werden Konfessionalismus, Vernunftreligion, Nationalreligion, Kunstreligion, Wissenschaftsreligion und Elemente des Glaubens an Verfahren. Dabei wird nach ihren Verbindungen mit den dominierenden Zeiterfahrungen im modernen Europa, von den Glaubenskriegen der frühen Neuzeit bis zur Artifizierung der Lebenswelt im 20. Jahrhundert, gefragt. Sie haben Intellektuelle immer wieder umgetrieben. Jede neu hinzukommende Erfahrungslage bestimmt die Konjunktur des Religiösen. Neue Deutungen und Kritiken treten in Beziehung zu älteren Thematisierungen von Religion, die entweder verblassen oder reaktiviert werden. Der religiöse »Pluralismus« der Gegenwart kann so als ein geschichtetes, kumulatives Phänomen begriffen werden, dessen einzelne Elemente in einem spannungsreichen Gefüge auch in Zukunft kaum zu beruhigen sein werden.

Montag, 14. April 2014

Klöster in Niedersachsen


Dannowski, Hans Werner / Karl Johaentges (2014): Klöster in Niedersachsen. Rostock: Hinstorff.

Amelungsborn, Walkenried, Loccum, Börstel und Luene sie alle und weitere Klöster in Niedersachsen sind seit Jahrhunderten Zentren des religiösen und geistig-kulturellen Lebens, spielen auch heutenoch eine große gesellschaftliche Rolle, sind Oasen in einer von Hektik gezeichneten Welt.

Der Bildband stellt 40 ausgewählte, von evangelischen und katholischen Konventen belebte sowie ehemalige Klöster in Niedersachsen ausführlich und in repräsentativer Form vor, erzählt anschaulich und kenntnisreich von der Geschichte der Anlagen, von ihrer Architektur und Ausstattung, von herausragenden Kunstwerken und vom heutigen Leben in oft alten, manchmal aber auch ganz modernen Mauern. Die Bilder fangen die besondere Atmosphäre in den Kirchen, Kreuzgängen und Klostergärten ein. Entstanden ist ein Band, der in eine Welt führt, in der sich Tradition und Gegenwart auf beeindruckende Weise miteinander verbinden.

Montag, 16. Dezember 2013

Ein Reporter und nichts als das


Londres, Albert (2013): Ein Reporter und nichts als das: AB - Die Andere Bibliothek (Die Andere Bibliothek, 348).

Am 22. 9. 1925 schreibt Kurt Tucholsky mit seinem Pseudonym Peter Panter in der Weltbühne unter der Überschrift „Bei den Verrückten“ folgendes:

„Albert Londres ist eine Nummer für sich. Man stelle sich einen Egon Erwin Kisch vor, der nicht aus Prag stammt – das geht nicht –, also man denke sich einen gebildeten Mann, der von einer großen Reporterleidenschaft wirklich besessen durch die Welt getrieben wird. Londres ist ein Reporter und nichts als das: keine langatmigen Untersuchungen, keine exakten Dokumente, sondern: Wo ist etwas los? Ich will dabei sein! Ihr werdet lesen.“

Diese Buch ist eine Entdeckung und eine Lektüreempfehlung des Magazins für Theolopgie und Ästhetik!

Klappentext:
La Chine en folie, 1925: China-Reise. Londres, mittlerweile ein großer Reporter, reist quer durch den chinesischen Bürgerkrieg: Zerrüttung und Grauen, große und kleine Räuber, Tschangtsolin und Kulis und vor allem Shanghai, die Kapitale des internationalen Jobbertums: »Es gibt Städte, wo man Kanonen macht oder Stoffe oder Schinken. In Shanghai macht man Geld.« Er schreibt heitere, unabhängige und autoritätenverachtende Reportagen, er schildert die Kapriolen der Korruption und ist dabei stets sozialkritisch und investigativ.

»Der ewige Jude am Ziel«: 1929 reist Frankreichs mittlerweile bekanntester Reporter über London und Prag in die Karpaten und weiter via Czernowitz, Lemberg und Warschau nach Palästina, um seinen Landsleuten die Lage der Juden zu schildern. Das Buch ist ein Überblick über die soziale Position des Judentums, gesehen mit den Augen eines genialen Journalisten. Es zeigt einen Ausschnitt der sozialen und moralischen Judennot in einer Fülle erlebter und gesehener Tatsachen und die Möglichkeit einer Lösung durch die Besiedlung Palästinas. Es ist die letzte Momentaufnahme der osteuropäischen Juden vor dem Massenmord.

Pêcheurs de Perls, 1931: Reise durch Djibouti, Dschidda (Saudi-Arabien), das Rote Meer, Zeila, Aden, Dubai und Bahrain und das Horn von Afrika: Die Zusammenstellung von Reportagen stellen ein ungemein wichtiges journalistisches und historisches Zeitdokument dar und sind in Londres typisch ungeschminkten, schonungslosen, doch menschenliebenden Ton geschrieben sind und werden hier erstmals in Deutsche übersetzt.

Samstag, 14. Dezember 2013

Making Sense as a Cultural Practice.


Rogge, Jörg (Hg.) (2013): Making Sense as a Cultural Practice. Historical Perspectives. 1., Aufl. Bielefeld: transcript (Mainzer Historische Kulturwissenschaften, 18).

In the cultural and social formations of the past, practices exist for the generation and integration of moments having and giving sense with the objective of strengthening the cultural and social cohesion. Such practices and processes have a constructive character, even if this is not always the intention of the actors themselves. As the production of sense is one of the central fields of action of cultural and political practice, the articles examine with an interdisciplinary perspective how, in different contexts, the construction of sense was organized and implemented as a cultural practice.

Mittwoch, 28. August 2013

Hiob


Schüßler, Werner; Röbel, Marc (Hg.) (2013): HIOB, transdisziplinär. Seine Bedeutung in Theologie und Philosophie, Kunst und Literatur, Lebenspraxis und Spiritualität. Münster: LIT (Herausforderung Theodizee. Transdisziplinäre Studien, Bd. 3).

Die Gestalt des biblischen Hiob hat von alters her zu den verschiedensten Deutungen und Interpretationen Anlass gegeben. Der vorliegende Band geht den unterschiedlichen Facetten dieser Deutungen in Theologie und Philosophie, Kunst und Musik, Film und Literatur, Psychologie, Lebenspraxis und Spiritualität nach. Auf diese Weise möchte er einen Beitrag leisten zur umfassenden Rezeptionsgeschichte der biblischen Hiob-Gestalt, die weit über die Grenzen der Theologie hinausreicht.

Prof. Dr. Dr. Werner Schüßler ist Ordinarius für Philosophie an der Theologischen Fakultät Trier.

Dr. Marc Röbel ist Geistlicher Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld.

Dienstag, 12. Februar 2013

Bilderverbot und Religionsunterricht




„Judentum, Christentum und Islam kennen ein sog. Bilderverbot. Dennoch sind die von ihnen geprägten Kulturräume keineswegs bilderlos. Vielmehr haben sie je eigene künstlerisch-ästhetische Traditionen ausgeprägt, etwa in den Bereichen Kalligrafie, Architektur, bildende Künste. Welche Rolle spielen Bilder im Religionsunterricht von Judentum, Christentum und Islam? Wie können Juden, Christen und Muslime angesichts von Medialisierung und „iconic turn“ so mit Bildern umgehen, dass ihr Religionsunterricht weder realitätsfern noch traditionsvergessen ist? Zur Beantwortung dieser Fragen werden grundlegende theologische sowie kunstgeschichtliche Einsichten aus den drei Religionen, zudem bilddidaktische Zugänge aus Kunstdidaktik und einschlägigen Religionsdidaktiken vorgestellt.“

Freitag, 30. November 2012

Handbuch kulturelle Bildung


Hildegard Bockhorst / Vanessa-Isabelle Reinwand / Wolfgang Zacharias (Hrsg.)Handbuch Kulturelle BildungSchriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 30, München 2012, 1080 Seiten

Was ist Kulturelle Bildung? Was sind ihre theoretischen Grundlagen? In welchen Handlungsfeldern, Kunstsparten, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Kontexten und Wirkungsformen findet sie statt? Obwohl Kulturelle Bildung seit einigen Jahren in aller Munde ist und zahlreiche Positionspapiere, Stellungnahmen, Modelle und Projekte ihre Aktualität und Bedeutung betonen, gab es bisher keine Gesamtdarstellung eines von vielen Expertinnen und Experten getragenen Verständnisses Kultureller Bildung.

Das Handbuch Kulturelle Bildung versammelt nun erstmals systematisch über 180 Beiträge von fast ebenso vielen Autorinnen und Autoren, die Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung umfassend darstellen. Teil I widmet sich den anthropologischen, pädagogischen, ästhetischen und gesellschaftlichen Fundamenten. Teil II entfaltet und bündelt die Komplexität und Vielfalt der Praxis Kultureller Bildung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Orte, Zielgruppen und Themen und ihre politischen Dimensionen im Dreieck von Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik.

Dieser erste kollektive Gesamtüberblick versucht das Besondere der Kulturellen Bildung darzustellen – auch in Differenz zu anderen Disziplinen und Bildungsfeldern. Das Handbuch wendet sich damit sowohl an Praktikerinnen und Praktiker aus kulturpädagogischen und kulturvermittelnden Professionen als auch an Lernende und Lehrende in Studium und Forschung.

Dienstag, 14. August 2012

Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen


Henke/Spalinger/Zürcher (Hg.) Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen: Ein kritischer Reader

Bilden sich durch die sogenannte Wiederkehr des Religiösen in der bildenden Kunst heilige oder auch unheilige Allianzen? Dieses Buch thematisiert die Zusammenhänge von zeitgenössischer Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen, indem es das Feld zwischen privater Religiosität und kritischer Theologie auslotet.

Die Beiträge zeigen auf, wie sich religiöse Fragen im säkularen Hochschulkontext als ästhetische Herausforderungen auch im konfessionellen Sinn bearbeiten lassen und welche Bedeutung künstlerischer Arbeit für die Vermittlung von Religion außerhalb von Kirche und Politik zukommt.

Damit richtet sich das Buch nicht nur an Künstler/-innen, sondern auch an Kulturwissenschaft, Kunst- und Religionspädagogik, Theologie sowie Kuratorinnen und Kuratoren.

Leseprobe PDF

Samstag, 9. Juni 2012

Empfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung


Nils Röller: Erfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung: Flusser Lectures

Eine kratzende Schreibfeder oder das sanfte Streifen der Finger über Touchscreens bilden Formen der Erfahrung. Sie prägen user Denken, Fühlen, Wünschen und Handeln. Der Begriff "Empfindungskörper" ist ein Vorschlag, dies zu erfassen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Kulturkirche St. Johannis


Kulturkirche Altona: "...auf dass mein Haus voll werde": Kirche öffnen - Profil gestalten

Einen Rückblick auf 15 Jahre Kulturkirche S. Johannis in Hamburg Altona bietet dieses Buch. Das ist insofern etwas Besonderes, als dass diese Kulturkirche die radikalste Öffnung zur Profanität bei Wahrung ihrer religiösen Identität vollzogen hat. Wer also schauen will, was öffnende Kulturkonzepte zu bewirken vermögen, sollte in dieses Buch schauen.

Freitag, 3. Februar 2012

Der Durchstreicher


Neun Geschichten handeln von Künstlern, Kunstfälschern, konkurrierenden Architekturprofessoren, einem Unternehmer, der einen Pfarrer kauft, einem Baron, der für seinen Sohn einen Doktortitel erwerben will und anderen auffällig gewordenen Zeitgenossen. Obgleich die Geschichten auf den ersten Blick kaum zu glauben sind, haben sie meist einen realistischen Kern. Mit Schmunzeln und Augenzwinkern vermittelt der Autor, dass Alltägliches und Fiktion mitunter nahe beieinander liegen und bereits der Alltag satiretauglich ist.

Horst Schwebel, geboren in Frankfurt am Main, Studium der Philosophie, Theologie und der Christlichen Archäologie. Promotion, Ordination, Habilitation. Professor für Praktische Theologie und Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart in Marburg (1980 -2006). Ausstellungskurator. Ehrendoktor in Helsinki, Fellow in Berkeley, CA. Zahlreiche Veröffentlichungen im Grenzbereich von Kunst und Theologie, u. a. "Die Kunst und das Christentum". Als freier Autor Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. 

Horst Schwebel, Der Durchstreicher, Marburg 2012

Samstag, 28. Januar 2012

Musik als Theologie


Die abendländische Musik ist voll von Religion und Theologie. Bislang gilt Musik aber eher als Rezipientin, weniger als Produzentin von Theologie. Schroeter-Wittke fragt in umgekehrter Richtung, wie Musik Theologie treibt, wobei er weit über kirchenmusikalisches Repertoire hinaus geht. In Werkstudien werden musikwissenschaftliche und theologische Zugänge in ungewöhnlicher Weise miteinander ins Gespräch gebracht, z.B., wenn Johann Kuhnaus Biblische Sonaten von 1700 als private Religionspädagogik analysiert werden. Querschnitte durch die neuzeitliche Musikgeschichte bieten die Themenstudien z.B. zum Paradies als Thema der Musik von Bach bis Berg. Phänomenstudien verbinden schließlich kulturanthropologische und theologische Fragestellungen, z.B., wenn Rhythmus als theologisches Ereignis reflektiert wird. So entstehen kulturwissenschaftlich grundierte Beiträge zur Theologie von Laien, die eine wenig beachtete emotionale Saite der Kirchengeschichte zum Klingen bringen.

Harald Schroeter-Wittke, Dr. theol. habil., Jahrgang 1961, ist Professor für Didaktik der Evangelischen Religionslehre mit Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn. Er ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und Mitglied der Liturgischen Konferenz Deutschlands. 

Harald Schroeter-Wittke: Musik als Theologie: Studien zur musikalischen Laientheologie in Geschichte und Gegenwart, Leipzig 2010

Sonntag, 30. Oktober 2011

Friedrich II. von Preußen


Alles, was man zu Friedrich II und Preußen wissen muss. Zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs am 24. Januar 2012 - vom Mythos zum umfassenden Kompendium: von A wie "Abenteurer","Abort" oder "Armee" bis Z wie "Zeitungen" oder "Zeremoniell".
     Friedrich II. von Preußen ist als Monarch umstritten - und wird es bleiben. Während seiner 46-jährigen Regierungszeit zu einer berühmten Größe von europäischem Rang und im 19. Jahrhundert zur Nationalikone geworden, kippte das deutsche Monument nach zwei Weltkriegen vom Sockel der Verklärung.
     Mit der Auflösung der Ost-West-Ideologie nach 1989 tauchten in den Vereinigten Staaten, in Russland und im antiquarischen Handel verloren geglaubte Quellen aus dem einstigen Geheimen Preußischen Staatsarchiv wie auch Familienarchive pommerscher und preußischer Adliger wieder auf: Dem Historiker Norbert Leithold bot sich also eine neue Grundlage zu aufklärerischer Erforschung des Lebens von Friedrich II. als Monarch wie als Mensch im Rahmen von Kultur- und Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts.
     Außerdem bezieht sich Norbert Leithold auf die bisher vernachlässigte politische Korrespondenz des Preußenkönigs, den bislang unbeachtet gebliebenen Nachlass des preußischen Diplomaten Johann Eustach von Goertz sowie auf den immer noch unerschlossenen Briefwechsel der Brüder Friedrichs II.
     Norbert Leitholds friderizianisch-preu§isch-europäisches Panorama verblüfft von A bis Z - mit all den Themen, die Friedrich sein Leben lang selbst beschäftigten und die für uns heutige Leser überraschende Einblicke ermöglichen.

Friedrich II. von Preußen: Ein kulturgeschichtliches Panorama von A-Z

Samstag, 18. Juni 2011

Der Islam-Irrtum


Ein "anderer" Blick auf die muslimische Welt Ein engagiertes Plädoyer gegen den Kampf der Kulturen und ein neuer Blick hinter die Fassaden der Paläste und Hütten im Mittleren Osten - zehn Jahre nach dem 11. September 2001. Europa tut sich schwer mit dem Islam. Der Westen weiß nicht, wie er mit dem explosiven Nahen und Mittleren Osten umgehen soll. Ratlosigkeit und Angst befallen uns, wenn wir auf unsere nahen Nachbarn schauen. Doch die Bilder von Krieg und Aufruhr, Anschlägen und religiösen Fanatikern verengen unseren Blick. Die Schlagwörter von Terrorismus, Gewalt und Islamismus verdecken eine vielfältige, widersprüchliche Wirklichkeit - das ist der Islam-Irrtum. Der Korrespondent und Reporter Michael Thumann hat die Region viele Jahre intensiv bereist. Er berichtet aus den Rückzugsquartieren der Islamisten in Ägypten, aus den verschwiegenen Wohnpalästen von Saudi-Arabien, aus den Bergen des vom Krieg zerrissenen Kurdistan. Thumann sprach mit gewendeten radikalen Muslimen, die sich Demokratie und Freiheit wünschen, er besuchte Frauen, die nicht Auto fahren dürfen, aber ihre Ehemänner wie Wachs in der Hand halten, er war dabei, als Taliban- und Hisbollah-Kämpfer mit CIA-Agenten über die Welt und sich selbst diskutierten. Der Mittlere Osten verändert sich rasch. Jenseits der Chiffren von Rückständigkeit und Religiosität wachsen am arabischen Golf neue globale Machtzentren heran, steigt die Türkei zu einer neuen Regionalmacht auf, zerfrisst ein wiedererwachter Nationalismus die Gewissheiten der uns bekannten Staatenordnung. Aus Begegnungen, Reisereportagen und historisch-politischen Betrachtungen formt sich ein neues, spannendes Bild des Nahen und Mittleren Ostens - materialreich, glänzend informiert und mit scharfem analytischen Blick.

Michael Thumann: Der Islam-Irrtum: Europa und die muslimische Welt, Frankfurt: Eichborn 2011

Montag, 28. Februar 2011

Comic


Die Zeiten, in denen Comics der Nimbus des Schmuddeligen anhaftete, vorbei. Zum Leidwesen der Zeichner existiert jedoch immer noch kein richtiger Markt für sie – obwohl jetzt auch in Großverlagen Reihen zu „Graphic Novels“ erscheinen. Zumindest der Marktplatz soll mit diesem Band vergrößert werden, in verschiedenste Beiträge Religion auf den Panels und zwischen ihren Rinnsteinen aufspüren: von Cages über Dagobert Duck und Lucky Luke bis Hellsing, von Peanuts über Preacher bis zu Spiderman und Superman.

Kirsner u.a. (Hg): Überzeichnet - Religion in Comics

Inhalt:
  • Jochen Wiedemann: Wenn Theologinnen und Theologen Comics lesen – Eine kurze Führung durch weitgehend unbekanntes Terrain 
  • Inge Kirsner: Lucky Luke – Ein Prediger in der Wüste 
  • Olaf Seydel: Superheroes and me – Biografische Einblicke 
  • Hans Jürgen Luibl: Superman – Comic-Held im Dschungel postmoderner Religion 
  • Andrea Völkner: Vom Schuhputzer zur reichsten Ente der Welt – Die Geschichte des Dagobert Duck 
  • Felix von Gehren: Charlie Brown und Co. als Alltagstheologen – Religion in Charles M. Schulz „The Peanuts“ 
  • Frank Thomas Brinkmann: In jeder Dekade dem Tode geweiht? 
  • Olaf Seydel: Freundschaft, Liebe, Hass und Rache – Der Preacher und seine „Gemeinde“ 
  • Jochen Wiedemann: Gott, Katze, Mensch und Schöpfung – Spuren des Religiösen in Dave McKeans „Cages“ 
  • Stefanie Schäfer-Bossert: Die Hellsing-Animés – ein Meilenstein in der Vampirgeschichte 
  • Andreas Kubik: Comics und Religion – ein Rückblick aus theologisch-kulturhermeneutischer Perspektive 
  • Ingo Reuter: Comics und Religion – ein Rückblick aus religionspädagogischer Perspektive