Posts mit dem Label Ästhetik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ästhetik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. November 2015

Angst, Zorn, Klage, Scham und Freude


Benedict, Hans-Jürgen (2015): Angst, Zorn, Klage, Scham & Freude. Theologisch-ästhetische Erkundungen zu den großen Gefühlen. Kiel: Lutherische Verl.-Ges.

Friedrich Schleiermacher proklamierte 1799, Religion sei "weder Denken noch Handeln, sondern Anschauung und Gefühl". Wenn das stimmt, was hat dann das Christentum zum Verständnis der großen Gefühle beizutragen? Vor dem Hintergrund der neueren Gefühlsforschung untersucht der Verfasser, was die jüdisch-christliche Tradition zu Gefühlen von Angst, Zorn, Klage, Hass, Scham, Schuld, Dank und Freude zu sagen hat. Schon Adam und Eva waren von den widerstreitenden Gefühlen Angst und Lust bestimmt. Nach dem Essen der verbotenen Frucht schämten sie sich. Und in den biblischen Geschichten dürfen die starken Gefühle gezeigt, sollen aber auch zivilisiert werden. In beziehungsreichen Exkursen geht Benedict auf die Behandlung der Affekte in Kunst, Oper und Literatur ein sowie auf das Thema Scham und Schuld bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Auch wenn das Christentum eine schwindende Gefühlsmacht ist, kann es mit seiner Gefühlskultur - zentriert um das Vertrauen auf Gott - zur Humanisierung menschlicher Beziehungen beitragen.

Der Autor, Jg. 1941, studierte Theologie in Hamburg, Heidelberg sowie Tübingen und promovierte 1971 in ­Bochum. Er war Pfarrer in Recklinghausen, ab 1980 in Hamburg-Steilshoop und von 1991-2006 Professor für diakonische Theologie an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie. Zahlreiche ­Veröffent­lichungen, Mitherausgeber der Zeitschrift "Junge ­Kirche". Ständige Mitarbeit bei "Evangelische Stimmen", "Evangelische Zeitung", "Zeitzeichen", "Publik-Forum", "Pfarrerblatt".

Samstag, 21. März 2015

Florenz und Bagdad


Belting, Hans (2009): Florenz und Bagdad. Eine westöstliche Geschichte des Blicks. 3. Aufl. München: Beck, C H.

Hans Belting vergleicht in diesem Buch den Blick der westlichen Welt, der im Florenz der Renaissance geboren wurde und völlig neuartige Bilder hervorbrachte, mit dem der islamischen Welt, der sich in ihrer Kunst und ihrem Verhältnis zu Bildern ausdrückt.

Zugleich macht Belting deutlich, wie das westliche Bild der Neuzeit erst in einem intensiven Austausch mit Wissenschaft und
Kultur der arabischen Welt entstehen konnte.

Sein souveräner Vergleich zeigt die  Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Denkweise von West und Ost in einem neuen und überraschenden Licht.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Religionssoziologie


Eßbach, Wolfgang (2014): Religionssoziologie 1. Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen. Paderborn: Fink, Wilhelm.

Ein "Opus magnum", das auf den Tisch jedes Theologen und religiös Interessieren gehört, der über Religion und die Veränderung der Religionen in Europa in den letzten Jahrhunderten informiert sein will.

[Klappentext] Zwischen christlichem Glauben und religiöser Indifferenz sind in Europa neue Religionen entstanden, die bis in unsere Gegenwart ausstrahlen und die Wertorientierung leiten. Auf dem Wege einer historisch-soziologischen Analyse der Konjunkturen des Themas »Wiederkehr von Religion« entwickelt Wolfgang Eßbach eine Typologie europäischer Religionen in der Moderne. Behandelt werden Konfessionalismus, Vernunftreligion, Nationalreligion, Kunstreligion, Wissenschaftsreligion und Elemente des Glaubens an Verfahren. Dabei wird nach ihren Verbindungen mit den dominierenden Zeiterfahrungen im modernen Europa, von den Glaubenskriegen der frühen Neuzeit bis zur Artifizierung der Lebenswelt im 20. Jahrhundert, gefragt. Sie haben Intellektuelle immer wieder umgetrieben. Jede neu hinzukommende Erfahrungslage bestimmt die Konjunktur des Religiösen. Neue Deutungen und Kritiken treten in Beziehung zu älteren Thematisierungen von Religion, die entweder verblassen oder reaktiviert werden. Der religiöse »Pluralismus« der Gegenwart kann so als ein geschichtetes, kumulatives Phänomen begriffen werden, dessen einzelne Elemente in einem spannungsreichen Gefüge auch in Zukunft kaum zu beruhigen sein werden.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

An-Sichten


Carl, Hans-Ulrich (2014): An-Sichten. 99 Versuche, sich einem Bild zu nähern. Am Beispiel der "Kreidefelsen auf Rügen" von Caspar David Friedrich. Stuttgart: Radius.

Aus dem Vorwort des Verfassers: ... "Mit zwei Augen haben wir gelernt, das alles angemessen zu erfassen. Und dabei brauchten wir hundert Augen, um in aller Tiefe und Weite wahrzunehmen, was jedes einzelne Bild enthält und was es bewirkt. Auf den folgenden Seiten finden Sie verschiedene Wege, an ein einzelnes Bild heranzutreten und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Dass ich das bekannte Gemälde eines berühmten Künstlers zu diesem Zweck ausgewählt habe, macht es leichter, sich auf eine große Vielfalt von plausiblen Zugängen einzulassen. Aber eine ganze Menge von diesen An-Sichten ist für jedes Bild anwendbar, das uns begegnet, um nicht zu sagen notwendig."

Mittwoch, 16. Juli 2014

Das Paradies in Bibel und Bildender Kunst


Kessler, Rainer; Schwebel, Horst (Hg.) (2014): Das Paradies in Bibel und bildender Kunst. Marburg: Blaues Schloss (Theologie im Paradies, Band 2+3).

Die Veranstaltungsreihe heißt „Theologie im Paradies“ und findet in einem alten Klostergarten statt.

Der Beitrag von Rainer Kessler zum Paradies in der biblischen Tradition umfasst drei Teile. Der erste Teil erläutert den Hintergrund der Vorstellung vom Paradiesgarten. Er liegt in den Gartenanlagen der altorientalischen Könige, die mit exotischen Bäumen bepflanzt, bewässert und eingefriedet sind. Im Hauptteil des Vortrags wird die Paradiesvorstellung aus dem 1. Mosebuch behandelt. Dieses Paradies ist ein mythischer Ort, der gleichwohl der irdischen Geographie zugehört. Der dritte Teil erläutert, wie daraus das Paradies als Ort im Jenseits wurde, dem als Gegenort die Hölle entspricht. Nach christlicher Tradition ist es Christus, der das einst unzugängliche Paradies wieder aufgeschlossen hat.

Horst Schwebels Beitrag präsentiert ein Bild von Jirí Kolár. Beim Bild handelte es sich um eine Collagenarbeit, die den „Sündenfall“ von Hugo van der Goes zum Ausgangspunkt nahm. Während van der Goes den Mythos als Beginn eines Verhängnisses deutete, kommt es bei Kolárs „Sündenfall“ zu einem guten Ausgang.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Malen mit Glas und Licht


Aus dem Inhalt:
  • Wilhelm Peters: Sein Selbstverständnis als Leiter einer Glaswerkstätte
  • Horst Schwebel: Mit Licht und Farbe malen und gestalten
  • Bazon Brock: Licht ist der Schatten Gottes
  • Holger Brülls: Grenzen und Chancen der Glasmalerei in der Gegenwart
  • Walter Zahner: Architektur ist Baukunst aus Raum und Licht
  • Horst Schwebel : SolarGlasKunst auf dem Prüfstand
  • sowie weiteren Beiträgen von und mit Thomas Kuzio, Jochem Poensgen, Raphael Seitz, Holger Brülls und Egon Vaupel  
Schwebel, Horst (Hg.) (2012): Ein Ausblick. Malen mit Glas und Licht.
Paderborn (Glasmalerei für das 21. Jahrhundert, 2).

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Mühle und das Kreuz


Ein Tipp für geruhsame Winterstunden:

Die Mühle und das Kreuz (OmU) 2011 - DVD

Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen.

Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen.

Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten ...


Dazu als Hintergrundinformation jenes wissenschaftliche Buch zum Gemälde von Bruegel, auf das sich der Regisseur beim Film bezieht und das in der gerade im September erschienenen deutschen Ausgabe wiederum auf den Film Bezug nimmt:

Gibson: Die Mühle und das Kreuz: Peter Bruegels KREUZTRAGUNG

Das Buch von Michael Francis Gibson konfrontiert den Leser mit dem Geschehen des überraschenden Bildes von Pieter Breugel d.A., Die Kreuztragung, ein zweischichtiges Werk, das gleichzeitig die Leidensgeschichte Christi und die Exekution eines Predigers der Reformation zu Bruegels Zeiten schildert. Das Buch ist, wie die New York Times bestaetigt, "ebenso interessant zu lesen und faszinierend wie ein erstklassiger Spionageroman", inspirierte Lech Majewski zu dem Film Die Mühle und das Kreuz. Diese neue Auflage des Buches stuetzt sich auf neue, detaillierte Photos, die es dem Leser ermoeglichen erstaunliche bisher nicht bekannte Details zu sehen.

Freitag, 30. November 2012

Licht, das singt


Ottmar Hinz (Hg.): Licht, das singt: Das Bremer Fensterwerk von Alfred Manessier, 136 Seiten, Bremen 2012

Wer die gotische Bremer Ratskirche Unser Lieben Frauen im Herzen Bremens betritt, wird sofort von den außergewöhnlichen Lichtverhältnissen und den farbenprächtigen Fenstern in ihren Bann gezogen. Zwischen 1965 und 1979 schuf der französische Maler Alfred Manessier (1911 – 1993) dieses Ensemble von 20 Kirchenfenstern, das durchaus als Meilenstein in der Geschichte der europäischen Glasfensterkunst des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann. Mit Licht, das singt erscheint nun erstmals eine umfassende Darstellung dieses zeitlos modernen Werkes. Das Buch dokumentiert Manessiers Bremer Fensterkunst in Gesamt- und Detailaufnahmen und beleuchtet in Textbeiträgen unterschiedliche Facetten der Kunstauffassung und Persönlichkeit des Künstlers, die Quellen seiner Inspiration und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den norddeutschen Auftraggebern, die sich vor 50 Jahren bewusst für die abstrakte Kunst und gegen die gegenständlich erzählende Kirchenfenstertradition entschieden haben. Manessiers Bremer Fensterzyklus entfaltet seinen ästhetischen Reiz und seine spirituelle Kraft durch nähere Betrachtung. Dieser reich bebilderte Band lädt dazu ein, einen detaillierten Blick auf und durch die gläserne Farbenpracht zu werfen.

Handbuch kulturelle Bildung


Hildegard Bockhorst / Vanessa-Isabelle Reinwand / Wolfgang Zacharias (Hrsg.)Handbuch Kulturelle BildungSchriftenreihe Kulturelle Bildung vol. 30, München 2012, 1080 Seiten

Was ist Kulturelle Bildung? Was sind ihre theoretischen Grundlagen? In welchen Handlungsfeldern, Kunstsparten, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Kontexten und Wirkungsformen findet sie statt? Obwohl Kulturelle Bildung seit einigen Jahren in aller Munde ist und zahlreiche Positionspapiere, Stellungnahmen, Modelle und Projekte ihre Aktualität und Bedeutung betonen, gab es bisher keine Gesamtdarstellung eines von vielen Expertinnen und Experten getragenen Verständnisses Kultureller Bildung.

Das Handbuch Kulturelle Bildung versammelt nun erstmals systematisch über 180 Beiträge von fast ebenso vielen Autorinnen und Autoren, die Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung umfassend darstellen. Teil I widmet sich den anthropologischen, pädagogischen, ästhetischen und gesellschaftlichen Fundamenten. Teil II entfaltet und bündelt die Komplexität und Vielfalt der Praxis Kultureller Bildung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Orte, Zielgruppen und Themen und ihre politischen Dimensionen im Dreieck von Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik.

Dieser erste kollektive Gesamtüberblick versucht das Besondere der Kulturellen Bildung darzustellen – auch in Differenz zu anderen Disziplinen und Bildungsfeldern. Das Handbuch wendet sich damit sowohl an Praktikerinnen und Praktiker aus kulturpädagogischen und kulturvermittelnden Professionen als auch an Lernende und Lehrende in Studium und Forschung.

Dienstag, 14. August 2012

Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen


Henke/Spalinger/Zürcher (Hg.) Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen: Ein kritischer Reader

Bilden sich durch die sogenannte Wiederkehr des Religiösen in der bildenden Kunst heilige oder auch unheilige Allianzen? Dieses Buch thematisiert die Zusammenhänge von zeitgenössischer Kunst und Religion im Zeitalter des Postsäkularen, indem es das Feld zwischen privater Religiosität und kritischer Theologie auslotet.

Die Beiträge zeigen auf, wie sich religiöse Fragen im säkularen Hochschulkontext als ästhetische Herausforderungen auch im konfessionellen Sinn bearbeiten lassen und welche Bedeutung künstlerischer Arbeit für die Vermittlung von Religion außerhalb von Kirche und Politik zukommt.

Damit richtet sich das Buch nicht nur an Künstler/-innen, sondern auch an Kulturwissenschaft, Kunst- und Religionspädagogik, Theologie sowie Kuratorinnen und Kuratoren.

Leseprobe PDF

Mittwoch, 6. Juni 2012

Ästhetik und Kunstphilosophie


Ästhetik und Kunstphilosophie: In Einzeldarstellungen von der Antike bis zur Gegenwart

In rund 160 strukturierten Einzeldarstellungen stellen ausgewiesene Fachleute auf 934 Seiten die zentralen Positionen der europäischen und angloamerikanischen Ästhetik und Kunstphilosophie vor. Die Darstellungen enthalten jeweils eine Kurzbiographie, eine kompakte Darsatellung des OEuvres, eine Orientierung zu Kontext und Rezeption sowie eine Bibliographie.

Ein unentbehrliches Nachschlagewerk für Studierende, Dozierende, Künstler und Galeristen.



Mittwoch, 2. Mai 2012

Kulturkirche St. Johannis


Kulturkirche Altona: "...auf dass mein Haus voll werde": Kirche öffnen - Profil gestalten

Einen Rückblick auf 15 Jahre Kulturkirche S. Johannis in Hamburg Altona bietet dieses Buch. Das ist insofern etwas Besonderes, als dass diese Kulturkirche die radikalste Öffnung zur Profanität bei Wahrung ihrer religiösen Identität vollzogen hat. Wer also schauen will, was öffnende Kulturkonzepte zu bewirken vermögen, sollte in dieses Buch schauen.

Freitag, 24. Februar 2012

Kirchen - Nutzung und Umnutzung



Büchse u.a.: Kirchen - Nutzung und Umnutzung: Kulturgeschichtliche, theologische und praktische Reflexionen, Münster 2012

Das Thema Kirchennutzung und -umnutzung zählt gegenwärtig zu den großen Strukturherausforderungen der christlichen Kirchen in Deutschland, gleich ob auf der Ebene der Kirchenleitungen in den Diözesen und Landeskirchen oder in den betroffenen Gemeinden vor Ort.

Der Band beleuchtet die vielschichtige Thematik in einer Reihe von fundierten Beiträgen aus unterschiedlichen fachlichen und praktischen Perspektiven; zahlreiche Abbildungen illustrieren zudem Beispiele und Sachverhalte. Fachleuten und Interessierten gleichermaßen bietet das Buch damit Information und richtungsweisende Anstöße.

Montag, 28. März 2011

Schönheit des Glaubens


Seit Schleiermacher und Kierkegaard ist klar, dass die Kommunikation mit dem modernen Gebildeten nur gelingt, wenn seiner ästhetischen Sensibilität entsprochen wird. Für den Glauben heißt das: Er kann aus ästhetischen Gründen für obsolet erklärt werden. Der Glanz der Schönheit, den unsere Zivilisation vielleicht schon abgeschrieben hat - und nach dem sie sich insgeheim doch sehnt -, ist nur durch Wissen und Information nicht zu haben. Der Glaube eröffnet eine Dimension des "Ganz-Sein-Könnens", die Dimension der Schönheit. Dem ästhetischen Mehrwert des Glaubens geht diese Vortragsreihe nach.


Paprotny, Thorsten (Hg.) (2011): Schönheit des Glaubens. Thomas-Morus-Gesellschaft Hannover. Münster [u.a.]: LIT (Thomas-Morus-Impulse, 4).

Freitag, 25. März 2011

Exzentrisch werden


Es geht um Exzentrik im Sinne des Wortes. Im Grunde genommen kann alles aus dem Zentrum heraus verrückt werden, von der Mitte an den Rand oder von der Peripherie ins Zentrum. Wird etwas verrückt, entstehen Zwischenräume, Räume der Unbestimmtheit – nicht nur zwischen Regenschirm und Nähmaschine. Wird in diese Zwischenräume Neues hineinerzählt, verändern sich Perspektiven und Positionen. Bisher Übersehenes und Randständiges geraten in den Blick, und es zeigt sich: Alles kann auch ganz anders sein. Ist das vernünftig? Unsere Um-Ordnung ist eine Vorstufe zur Neu-Ordnung, der die Un-Ordnung vorangeht. Umgeordnet werden Vormaliges und Zeitgenössisches, Biographisches und Literarisches. Und zwar im Dialog mit zeitgenössischen philosophischen Einsichten. Biblisches Terrain wird neu erkundet und das eigene Leben auch.

Schulz, Petra; Malter, Rebekka; Bartels, Anike (2010): Exzentrisch werden. Verrückt in der Bibel und anderswo. 1. Aufl. Jena: IKS Garamond.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Sakralität und Aura in der Architektur


Die Fähigkeit von Architektur, stumm zu ihrem Publikum zu sprechen, psychische Reserven freizusetzen und oft genug sogar den Zugang zu spirituellen Dimensionen zu eröffnen, gewinnt heute wieder zunehmend an Bedeutung. Sind Sakralität und Aura also nach wie vor ureigene Bezirke der Architektur? Welche Reflexion und Verantwortung braucht es, damit Architektur nach der Erfahrung der Moderne ihr irrationales, Wirklichkeit transzendierendes, zuweilen magisches Instrumentarium neu entdecken kann? Drei weltweit prominente Architekten helfen uns, diese Fragen aus ihrem individuellen Blickwinkel und aus dem Fundus ihrer Kreativität zu beantworten. Mario Botta hat durch sakrale Orte und Räume von hoher Individualität wichtige Akzente gesetzt. Gottfried Böhm gehört zu den prägenden Kirchenbaumeistern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Rafael Moneo hat in seiner Architektur eine zeitgemässe Sprache von berückender Sublimität und Ausdrucksstärke gefunden.

Botta / Böhm/ Moneo: Sakralität und Aura in der Architektur

Dienstag, 14. September 2010

Wovon man nicht sprechen kann ...


In ästhetischer Perspektive lässt sich das 20. Jahrhundert zugespitzt als »Zeitalter der Mystik« bezeichnen. Konzepte und Termini der christlichen Mystik, aber auch der Kabbala und des Sufismus wurden in transformierter Gestalt integraler Bestandteil der Literatur, der Philosophie und der ästhetischen Theoriebildung der Moderne.

Die Beiträge dieses interdisziplinären Bandes betrachten die verbindenden Elemente, Strukturanalogien und Differenzen zwischen mystischen und ästhetischen Erfahrungs- und Sprachmodi u.a. bei Paul Celan, Georges Bataille, Harold Bloom, Ernst Cassirer und Michelangelo Antonioni und versuchen so, sich der Ursache des Faszinosums Mystik für die moderne Ästhetik in Philosophie, Literatur und visuellen Medien zu nähern.

Cornelia Temesvári, Roberto Sanchiño Martínez (Hg.)
»Wovon man nicht sprechen kann...«
Ästhetik und Mystik im 20. Jahrhundert. Philosophie – Literatur – Visuelle Medien. Juni 2010, 210 Seiten, kart., 23,80 €
ISBN: 978-3-8376-1226-4 Pick It!

Samstag, 22. November 2008

Interventionen



Josef Meyer zu Schlochtern, Intervention: Autonome Gegenwartskunst in sakralen Räumen, Paderborn 2007

Zwischen Kirche und Kunst der Gegenwart hat sich nach langem Schweigen ein vorsichtiger Dialog entwickelt. Immer häufiger werden Werke der zeitgenössischen Kunst in Kirchen ausgestellt; die dadurch aufgeworfenen Fragen zum Verhältnis zwischen autonomer Kunst und sakralen Orten und Räumen werden auf beiden Seiten intensiv diskutiert. Das vorliegende Buch dokumentiert und analysiert Interventionen von namhaften Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke in Kirchenräumen präsentiert oder mit Installationen den Sakralraum selbst zum Thema einer künstlerischen Auseinandersetzung gemacht haben.

Um das Aufeinandertreffen der Ansprüche von autonomer Kunst und sakralen Räumen auch theoretisch zu klären, erörtert der erste Teil des Buches die topologische Begrifflichkeit von Ort, Raum und heilige Stätte. Darauf werden die Werke und Installationen folgender Künstlerinnen und Künstler detailliert beschrieben und mit Fotos dokumentiert: Franz Bernhard, Norbert Radermacher, Felix Droese, Mario Reis, Bogomir Ecker, Raffael Rheinsberg, Magdalena Jetelová, Klaus Simon, Kazuo Katase, Thomas Virnich, Christina Kubisch, Dorothee von Windheim.

Montag, 17. November 2008

Yves Netzhammer



Yves Netzhammers Arbeiten für die 52. Biennale Venedig und die Begleitausstellung zur documenta 12 im Jahr 2007 sind international breit wahrgenommen worden. Der Künstler (*1970 in Schaffhausen) schafft komplexe, verstörende Bildwelten mit zahlreichen Referenzen zur Kunstgeschichte, in denen sich Zeichnungen, Architektur, computergenerierte Videobilder und Sound durchdringen. Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge fließen beständig ineinander, verwandeln sich zu neuen, rätselhaften Wesen. Angenehmes ist verzahnt mit Unangenehmem, Totes verschmilzt mit Lebendigem. Mit seinen Werken suche er, so der Künstler, nach Bildern, die jeder im Kopf hat, ohne sie zu kennen. »Es geht um die Chance des Bildes in einer vom Verstehen regierten Welt«, und darum, »nach den Mustern unserer Wahrnehmung zu suchen, nach diesem untergründigen Parallelsystem, in dem sich unsere Wünsche und Ängste, unsere Vorurteile und Ambivalenzen verstecken.«
Reich bebildert dokumentiert das Buch die jüngsten Arbeiten Yves Netzhammers – die Installationen für Venedig und Kassel sowie Projekte für das Museum Rietberg, Zürich, und das SFMOMA, San Francisco –, ergänzt um frühere Werke.

Samstag, 21. Juni 2008

Philosophische Ästhetik


Günther Pöltner, Grundkurs Philosophie: Philosophische Ästhetik: Grundkurs Philosophie. Band 16: Bd 16

'Ästhetik' ist nicht nur ein Titel für eine philosophische Disziplin, sondern bezeichnet auch eine Neuinterpretation, nämlich die spezifisch ästhetische Deutung des Schönen und der Kunst. Deren Problematik bildet letztlich den Hintergrund für gegenwärtige Bemühungen um ein neues Selbstverständnis der Ästhetik im Sinne einer Wissenschaft von der ästhetischen Erfahrung oder einer Wahrnehmungslehre. Die vorliegende 'Philosophische Ästhetik' gibt einen Einblick in den geschichtlichen Wandel ästhetischer Fragestellungen. Geleitet von dem methodischen Grundsatz, was eine Sache ist, werde dort am besten erkannt, wo sie sich unverkürzt von ihr selbst her zeigen kann, wird die ursprüngliche Erfahrung des Schönen als eine maßgebliche Form 'ästhetischer' Erfahrung aufgewiesen.