Sonntag, 21. November 2010

Wissenschaftliches Arbeiten


Wie wird eine empirische Fragestellung im Feld der Bildungswissenschaften bzw. aus Problemstellungen des Berufsfeldes heraus entwickelt und nach den Regeln des empririschen Arbeitens beantwortet? Das Studienbuch behandelt handlungsorientiert die verschiedenen Schritte im Forschungsprozess: von der Literaturrecherche und -verarbeitung über die Planung, Durchführung und Auswertung im Rahmen verschiedener Forschungsansätze bis hin zur Kommunikation der Ergebnisse. Wissenschaftliches Wissen wird einleitend dem Alltagswissen gegenübergestellt, forschendes Lernen und Lernen von Forschung als wichtiges Feld der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen bestimmt.

Herausgeberteam (PHZ Luzern) Prof. Dr. Jürg Aeppli, Leiter Studienbereich Alltag und Wissenschaft, Dozent. Dr. Luciano Gasser, Bereich Forschung und Entwicklung, Dozent. Prof. Dr. Eveline Gutzwiller, Bereich Forschung und Entwicklung, Dozentin. Prof. Dr. Annette Tettenborn, Leiterin Institut für pädagogische Professionalität und Schulkultur, Dozentin.

Aeppli / Gasser / Gutzwiller / Tettenborn: Empirisches wissenschaftliches Arbeiten: Ein Studienbuch für die Bildungswissenschaft, Klinkhardt 2010

Gotteshäuser


Johann Hinrich Claussen führt in diesem Buch durch die Geschichte des Kirchenbaus, von den ersten Hauskirchen über die grandiosen Kathedralen des Mittelalters bis heute. Sein einzigartiger Kirchen(ver)führer für Jung und Alt öffnet auf ganz elementare Weise die Augen für die Schönheit und den tieferen Sinn der christlichen Gotteshäuser. Kirchen prägen unsere Städte und Dörfer. Auf Reisen werden sie besucht und bewundert. Aber vielen Menschen geben sie zunehmend Rätsel auf. Wie wurden die Kirchen gebaut? Warum sind Taufbecken und Kanzel mal so und mal anders platziert? Wozu dienen Bilder und Altäre? Johann Hinrich Claussen erzählt die Geschichte von neun beispielhaften Kirchen und erklärt so, wie Kirchen funktionieren, sei es für Gebet und Gottesdienst oder als Zufluchtsstätte und politisches Herrschaftszeichen. Elegant und kurzweilig verknüpft er dabei Kunstgeschichte, theologische Deutung, Politik und Frömmigkeitsgeschichte und lässt nicht nur Gläubige Kirchen mit anderen Augen sehen.
- Die Hauskirche und die Anfänge des Kirchenbaus
- Die Grabeskirche zu Jerusalem und die Basilika
- Die Hagia Sophia und die Kirchen des Ostens
- Der Dom zu Speyer und die Romanik
- Die Kathedrale von Amiens und die Gotik
- Der Petersdom zu Rom und die katholische Kirche
- Die Dresdner Frauenkirche und der protestantische Kirchenbau
- Die Hauptkirche St. Nikolai zu Hamburg und der Historismus
- Die Kathedrale von Brasilia und der moderne Kirchenbau

 Johann Hinrich Claussen: Gottes Häuser oder die Kunst, Kirchen zu bauen und zu verstehen: Vom frühen Christentum bis heute, Beck 2010

Fehlbare Vorbilder


Nachdem moralische Maßstäbe kaum noch durch traditionelle Werte oder Institutionen gewährleistet werden, suchen Menschen nach Personen, die sie als Vorbilder anerkennen können. Wir brauchen Vorbilder. In den letzten Monaten jedoch wird eine Erkenntnis unabweisbar, die schon alt ist, aber immer wieder vergessen wird: Vorbilder sind fehlbar. Besonders anstößig wirken Fehler von Personen im Raum der Kirchen. Ihr Anspruch ist, moralisch integer zu sein, sie geben moralische Maßstäbe in Bildungsinstitutionen weiter und beteiligen sich an öffentlichen Debatten. Zeigt sich in der aktuellen Entwicklung, dass die Kirche selbst zum fehlbaren Vorbild geworden ist? In diesem Buch äußern sich evangelische und katholische Theologinnen und Theologen über fehlbare Vorbilder in der christlichen Tradition und in der Gegenwart.

Helga Kuhlmann (Hg.): Fehlbare Vorbilder in Bibel, Christentum und Kirchen: Von Engeln, Propheten und Heiligen bis zu Päpsten und Bischöfinnen, Lit-Verlag Münster 2010

Dienstag, 14. September 2010

Wovon man nicht sprechen kann ...


In ästhetischer Perspektive lässt sich das 20. Jahrhundert zugespitzt als »Zeitalter der Mystik« bezeichnen. Konzepte und Termini der christlichen Mystik, aber auch der Kabbala und des Sufismus wurden in transformierter Gestalt integraler Bestandteil der Literatur, der Philosophie und der ästhetischen Theoriebildung der Moderne.

Die Beiträge dieses interdisziplinären Bandes betrachten die verbindenden Elemente, Strukturanalogien und Differenzen zwischen mystischen und ästhetischen Erfahrungs- und Sprachmodi u.a. bei Paul Celan, Georges Bataille, Harold Bloom, Ernst Cassirer und Michelangelo Antonioni und versuchen so, sich der Ursache des Faszinosums Mystik für die moderne Ästhetik in Philosophie, Literatur und visuellen Medien zu nähern.

Cornelia Temesvári, Roberto Sanchiño Martínez (Hg.)
»Wovon man nicht sprechen kann...«
Ästhetik und Mystik im 20. Jahrhundert. Philosophie – Literatur – Visuelle Medien. Juni 2010, 210 Seiten, kart., 23,80 €
ISBN: 978-3-8376-1226-4 Pick It!

Donnerstag, 7. Januar 2010

Von Fritz the Cat zu Waltz with Bashir



Animationsfilme für Erwachsene wie Persepolis oder Waltz with Bashir zeigen, dass dieses Genre mit seinen stark stilisierten Gegenwelten eine eigene beeindruckende künstlerische Wertigkeit neben Spielfilm und Dokumentarfilm besitzt. Seit Yellow submarine und Fritz the Cat zeigen sie bewusst surrealistische Sequenzen, knappe und grelle Überspitzungen gesellschaftlicher Zustände und unverstellte Darstellungen von Sexualität. Der Animationsfilm entwickelt beinahe notgedrungen eine stark verfremdende und entfremdete Ästhetik, die Vorbilder aus der bildenden Kunst, der Graphik und der Illustration mit dem Schwelgen in irrealen Bewegungsabläufen verbindet. Immer aber wollen diese Filme von ersten und letzten Dingen erzählen, einen Schritt zurücktreten und den Zuschauer gleichzeitig als aufmerksamen Kenner und als verblüfftes Kind jenseits des herrschenden medialen Diskurses locken.

Florian Schwebel: Von Fritz the Cat zu Waltz with Bashir: Der Animationsfilm für Erwachsene und seine Verwandten

Dienstag, 5. Januar 2010

Sakrales Sehen


Dieser Band bringt Theologie und Kulturwissenschaft in einen ebenso spannungsreichen wie fruchtbaren Dialog, der im Begriff der Sakralisierung konvergiert. Indem klassische phänomenologische Ansätze zum Heiligen diskursiv gefasst werden, wird deutlich, wie sehr Diskurse über das Erleben einer numinosen Macht im populären Film um die Jahrtausendwende ein (wenn nicht ihr) wirkmächtiges Residuum gefunden haben.
Neben einer kulturtheoretisch komplexen Begriffsbildung bietet »Sakrales Sehen« interdisziplinäre und innovative Einsichten in die Aneignungsprozesse religiöser Symbolsysteme in Filmen wie »The Matrix«, »Harry Potter«, »Stigmata« und »William Shakespeare's Romeo+Juliet«.

Nadine Christina Böhm (Dr. phil.) lehrt Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen neben der Erforschung der Interdependenzen religiöser und kultureller Diskurse besonders im Bereich zeitgenössischer Erzählliteratur.

Sakrales Sehen: Strategien der Sakralisierung im Kino der Jahrtausendwende

Montag, 28. Dezember 2009

Verstecke Gottes


Neben den Kirchen sind die Museen, Theater, Kunst- und Konzerthallen die Gotteshäuser der Moderne. Die Autoren – Musiker, Schriftsteller, Theologen und Kulturwissenschaftler – begeben sich in diesem Buch auf die Suche nach dem Ewigen im kulturellen Leben der Gegenwart.

Wo ist Gott? Diese Frage gehört zum Wesen des Glaubens. Wer diese Frage stellt, ist sich gewiss, dass der Höchste zwar verborgen wirkt, aber dennoch nicht abwesend ist. So laut und vernehmlich diese Frage in nahezu allen Religionen gestellt wird, so uneindeutig müssen die Antworten ausfallen. Das Anliegen dieses Buches ist es, sichtbar zu machen, wo und wie die abrahamitischen Religionen in den Formen der Kultur Gestalt annehmen – in der Musik, dem Theater, in Literatur, Architektur, Malerei und nicht zuletzt in den Straßen der Stadt oder in den Spuren des Alltags. Gott muss nicht fern sein, wenn er sich mitten unter uns versteckt hält. Dieses Buch sucht.

Verstecke Gottes: zwischen Kultur und Religion

Montag, 2. November 2009

Religion und Urbanität



Dieses Buch versammelt Beiträge, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Verhältnis von Religion, Kirche und urbaner Gesellschaft reflektieren. Dabei werden die Herausforderungen und gegenseitigen Durchdringungen der Stadt (durch Religion und Kirche) und der Religionen und Kirchen (durch urbane Lebenswelten) deutlich.

Die Veröffentlichung erscheint anlässlich des sechzigsten Geburtstags von Werner Schneider-Quindeau, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit an der St. Katharinenkirche in Frankfurt/Main.

Beteiligte Autorinnen und Autoren: Michael Krupp, Matthias von Kriegstein, Heidi Neumark, Wolfgang Grünberg, Ilka Quindeau, Karsten Visarius, Andreas Mertin, Godeke von Bremen, Micha Brumlik, Dieter Georgi, Eveline Valtink, Hans Werner Dammowski, Hans-Günter Heimbroek, Gerald Hintze, Leo Joseph Penta, Hermann Düringer, Ulf Häbel

Religion und Urbanität: Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft

Dienstag, 29. September 2009

Das Ende der Schlaflosigkeit



Als er zehn Jahre alt ist, erschießt eine flüchtige Terroristin seinen Vater, einen Polizisten. Seither leidet er unter Schlafstörungen. Alle Versuche, sich davon zu befreien, misslingen. Stattdessen führt er ein abgekapseltes Leben mit seiner Mutter. Er schafft es nicht, sich dauerhaft von ihr zu lösen und lebt ohne eigene Ziele dahin. Als er dreißig Jahre alt ist, plant er selbst einen Mord. Jetzt tötet er die Mörderin seines Vaters, die für ihre Tat nur eine Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren erhalten hat. Nach der Tat flieht er nach New York. Dreiundzwanzig Tage gibt er sich Zeit - länger reicht das Geld nicht - , um vor sich und dem Leser Rechenschaft abzulegen. Ist die Tat irgendwie zu rechtfertigen? Soll er sich stellen? Oder wird es ihm endlich gelingen, ein eigenes Leben zu führen?
Zeitsprünge und eine fragmenthafte Erzählweise spiegeln im ersten Teil des Romans den Charakter des Protagonisten wider, als dessen Leben noch offen ist. Im zweiten Teil berichtet er kalt und präzise von der Vorbereitung und Durchführung der Tat. Diese Tagebucheinträge aus New York zeugen aber auch von seinem so naiven wie selbstgerechten Wunsch, mit dem vollzogenen Racheakt wieder inneren Frieden - und Schlaf - zu finden.

Helmut Marrat: Das Ende der Schlaflosigkeit: Eine Geschichte in zwei Teilen

Mittwoch, 2. September 2009

Best of ... Popkultur und Religion



Seit 30 Jahren wird in der Theologie zu Phänomenen der Popkultur wissenschaftlich geforscht. Seit 15 Jahren existiert der Arbeitskreis Popkultur und Religion (www.akpop.de), in dem viele deutschsprachigen Forscherinnen und Forscher miteinander diskutieren und vernetzt sind.

Best of ... stellt die wegweisenden popkulturtheologischen Artikel zusammen und bietet damit einen exemplarischen Überblick sowohl über die Forschenden als auch über die Themen und Fragestellungen der letzten Jahre.

Harald Schroeter-Wittke (Hg.) Popkultur und Religion. Best of ...

Autoren: Joachim Kunstmann, Thomas Klie, Udo Feist, Günter Thomas, Bernd Beuscher, Sabine Bobert-Stützel, Bernd Abesser, Jörg Herrmann, Klaas Huizing, Andreas Engelschalk, Michael Wermke, Inge Kirsner, Eckart Gottwald, Ingo Reuter, Joan Kristin Bleicher, Ronald Uden, Frank Hiddemann, Petra Bahr, Manfred L. Pirner, Gerd Buschmann, Julia Dieter, Peter Bubmann, Hubert Treml, Kristian Fechtner, Frank Thomas Brinkmann, Bettina Wittke, Inken Mädler, Anna Scherer, Dietrich Zilleßen, Rolf Sistermann, Hans-Martin Gutmann, Marcus Ansgar Friedrich, Joachim von Sosten, Henning Schröer, Gisela Matthiae, Bernd Schwarze, Andreas Mertin, Susanne Wolf-Withöft, Gotthard Fermor, Harald Schroeter-Wittke, Andrea Bieler.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Teutsche Chronik


Christian Friedrich Daniel Schubart, geboren 1739, gestorben 1791: ein virtuoser Orgelspieler, ein genialer Stegreifdichter, vor allem aber ein großer Journalist. Sein »Volkston« ist keine Volkstümlichkeit von oben herab, sondern eine Verweigerung von arroganter Distanz. Schubart will die Provinz, das flache Land, die bildungsärmeren Schichten für den sich anbahnenden politischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Aufbruch öffnen.

Seine Deutsche Chronik wird von Schiller und Hölderlin ebenso gelesen wie von Wirten, Friseuren, Bauern, Handwerksburschen und Bedienten. Für die Pressefreiheiten, die er sich herausnahm, büßte er mit einer zehnjährigen Haft ohne Anklage und Urteil. Danach blieben ihm nur noch vier Jahre. Das hat die Biographie des Mannes vom Hohenasperg vor sein Werk geschoben.

Das Buch von Bernd Jürgen Warneken führt beides wieder zusammen: Sie zeigt einen eigensinnigen Aufklärer, der die bürgerliche Emanzipation mit »Wucht und Wärme« (Hermann Hesse) vorantreibt, das bürgerliche Habitusideal jedoch bewusst verfehlt. Resigniert schrieb in seinem Todesjahr die Zensurbehörde, der Schubarts »freie Schreibart« von Anfang an missfallen hat: »Allein - sein Ton gefiel dem Publico.«

Schubart: Der unbürgerliche Bürger

Freitag, 8. Mai 2009

Religiöse Spurensuche in Bremen


Warum verführen sich Adam und Eva heute in einer Einkaufspassage? Was bringt einen Wal auf das Dach eines Cafés und weshalb hat am Rathaus ein Papst ein Kreuz im Hintern stecken? Dieser neuartige Stadtführer macht sich auf die Suche danach, wie viel Religion außerhalb der Kirchen in der Bremer Innenstadt zu finden ist.
Auf einer Strecke vom Bahnhof über den Marktplatz zur Kunsthalle werden religiöse Symbole an ganz weltlichen Orten gezeigt und erklärt – und im Gegenzug nichtchristliche Symbole in Kirchen.


Autoren: Ottmar Hinz, Thomas Kroll, Andreas Mertin, Andreas Quade, Willhelm Tacke

Mertin/Quade (Hg.) Der Fisch auf dem Dach: Religiöse Spuren im Bremer Stadtbild, Edition Temmen, Bremen 2009, 12,80 Euro

Samstag, 14. März 2009

Evangelischer Kirchenbau



Kathrin Ellwardt: Evangelischer Kirchenbau in Deutschland

Das Buch bietet einen Überblick über die Architektur und Ausstattung evangelischer Kirchengebäude in Deutschland von der Reformation bis zur Gegenwart. In leicht verständlicher Form werden kunsthistorische Phänomene vor dem Hintergrund der Landes-, Kirchen- und Gesellschaftsgeschichte anhand anschaulicher Beispiele erläutert.

Wesentlich zum Verständnis protestantischer Sakralbauten sind die historischen Entstehungsbedingungen. Eine protestantische Kirche ist aber zunächst und vor allem Gottesdienstraum. Die Erfordernisse der Liturgie prägen die Räume und ihre Ausstattung, sodass Grundlagen lutherischer und reformierter Theologie ebenso zu vermitteln sind wie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden evangelischen Bekenntnisse.

Dabei ist es erforderlich, nach den Beweggründen der Menschen zu fragen, welche in den vergangenen Jahrhunderten für Planung und Bau von Kirchen verantwortlich zeichneten und sie zum Gottesdienst nutzten.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Individualisierung und Religion


Gräb/Charbonnier (Hg.): Individualisierung - Spiritualität - Religion: Transformationsprozesse auf dem religiösen Feld in interdisziplinärer Perspektive


Individualisierung im Allgemeinen und die Individualisierung der Religion im Besonderen haben oftmals keinen guten Klang. An den negativen Konnotationen, die mit diesem zeitdiagnostischen Begriff gemeinhin verbunden werden, ist allerdings so gut wie alles falsch. Dieser erste Band der neuen Reihe "Studien zu Religion und Kultur" liefert einen Einblick und in verschiedener Hinsicht auch Überblick über die verschiedenen Phänomene, Konzepte und Zugangsweisen zum Themenfeld von "Religion und Individualität". Er vereint dazu die Perspektiven aus Psychologie, Soziologie, Religionswissenschaften und der Theologie zu einem anregenden Diskurs.

Montag, 26. Januar 2009

Passion Kino


Passion Kino: Existenzielle Filmmotive in Religionsunterricht und Schulgottesdienst

Im Kino wie im Religionsunterricht werden Antworten auf existenzielle Fragen gesucht: Das verbindet. Filme im Religionsunterricht sind deshalb viel mehr als nur thematische Aufhänger. Reise, Glück und Tod - Filme zu solchen Grundsituationen menschlichen Daseins helfen, neu zu sehen und zu bewerten.
Nach einer grundlegenden Reflexion über wichtige cineastische Werke aus religionsphänomenologischem Blickwinkel bieten die Beiträge des Bandes an neun ausgewählten Beispielen Entwürfe für den Religionsunterricht. In der Praxis lassen sich die didaktischen und methodischen Überlegungen leicht auch auf andere Filme des Genres übertragen. Zwei Entwürfe für Gottesdienste mit Filmen runden den Band ab.
Mit Beiträgen von:
  • Stefan Geil
  • Hans-Martin Gutmann
  • Thomas Heller
  • Jörg Herrmann
  • Inge Kirsner
  • Andreas Mertin
  • Stefanie Schäfer-Bossert
  • Jörg Schmitter
  • Rolf Sistermann
  • Michael Wermke

Montag, 22. Dezember 2008

Robert Schad: Ein Kreuz für Fátima


Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Die Kirche hat als Auftraggeber für Künstler an Bedeutung verloren. Was geschieht, wenn sich ein zeitgenössischer Künstler wie der 1953 geborene Robert Schad auf ein Projekt eines Kreuzes einlässt, kann man in „Ein Kreuz für Fátima“ nun nachvollziehen. Entstanden ist das monumentale, um die 30 Meter hohe Kreuz aus Cortenstahl, im Rahmen von Alexandros N. Tombazis Neubau der Dreifaltigkeitskirche für den portugiesischen Wallfahrtsort Fátima. Der Entwurf des Architekten schloss auf grundlegende Weise die Zusammenarbeit mit Künstlern ein.

Für Robert Schad, der für seine Stahlskulpturen bekannt geworden ist, wurde es eine Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Wurzeln und eine Beschäftigung mit den kunsthistorischen Vorläufern von Christusdarstellungen. Er wollte, so sagt der Bildhauer, „die Assoziationsbreite so offen wie möglich halten“.

Robert Schad - Ein Kreuz für Fátima

Samstag, 22. November 2008

Interventionen



Josef Meyer zu Schlochtern, Intervention: Autonome Gegenwartskunst in sakralen Räumen, Paderborn 2007

Zwischen Kirche und Kunst der Gegenwart hat sich nach langem Schweigen ein vorsichtiger Dialog entwickelt. Immer häufiger werden Werke der zeitgenössischen Kunst in Kirchen ausgestellt; die dadurch aufgeworfenen Fragen zum Verhältnis zwischen autonomer Kunst und sakralen Orten und Räumen werden auf beiden Seiten intensiv diskutiert. Das vorliegende Buch dokumentiert und analysiert Interventionen von namhaften Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke in Kirchenräumen präsentiert oder mit Installationen den Sakralraum selbst zum Thema einer künstlerischen Auseinandersetzung gemacht haben.

Um das Aufeinandertreffen der Ansprüche von autonomer Kunst und sakralen Räumen auch theoretisch zu klären, erörtert der erste Teil des Buches die topologische Begrifflichkeit von Ort, Raum und heilige Stätte. Darauf werden die Werke und Installationen folgender Künstlerinnen und Künstler detailliert beschrieben und mit Fotos dokumentiert: Franz Bernhard, Norbert Radermacher, Felix Droese, Mario Reis, Bogomir Ecker, Raffael Rheinsberg, Magdalena Jetelová, Klaus Simon, Kazuo Katase, Thomas Virnich, Christina Kubisch, Dorothee von Windheim.

Montag, 17. November 2008

Yves Netzhammer



Yves Netzhammers Arbeiten für die 52. Biennale Venedig und die Begleitausstellung zur documenta 12 im Jahr 2007 sind international breit wahrgenommen worden. Der Künstler (*1970 in Schaffhausen) schafft komplexe, verstörende Bildwelten mit zahlreichen Referenzen zur Kunstgeschichte, in denen sich Zeichnungen, Architektur, computergenerierte Videobilder und Sound durchdringen. Menschen, Tiere, Pflanzen und Dinge fließen beständig ineinander, verwandeln sich zu neuen, rätselhaften Wesen. Angenehmes ist verzahnt mit Unangenehmem, Totes verschmilzt mit Lebendigem. Mit seinen Werken suche er, so der Künstler, nach Bildern, die jeder im Kopf hat, ohne sie zu kennen. »Es geht um die Chance des Bildes in einer vom Verstehen regierten Welt«, und darum, »nach den Mustern unserer Wahrnehmung zu suchen, nach diesem untergründigen Parallelsystem, in dem sich unsere Wünsche und Ängste, unsere Vorurteile und Ambivalenzen verstecken.«
Reich bebildert dokumentiert das Buch die jüngsten Arbeiten Yves Netzhammers – die Installationen für Venedig und Kassel sowie Projekte für das Museum Rietberg, Zürich, und das SFMOMA, San Francisco –, ergänzt um frühere Werke.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Kein Gott nirgends



"Wer an Gott glaubt, ist dumm, zurückgeblieben und kann nicht denken - diesen Behauptungen des 'neuen' Atheismus gilt es sich zu stellen. Denn viele seiner Argumente und Einwände lassen sich nicht leicht von der Hand weisen. Und nicht alle Positionen von Gottesgläubigen können überzeugen. Plattheiten und falsche Voraussetzungen gibt es auf beiden Seiten. Argumente wie Gegenargumente sind sorgfältig zu prüfen.

Matthias Wörther bietet in drei Schritten Orientierungshilfen zur aktuellen Debatte um den Gottesglauben an, indem er fragt:

  • Welche Rolle spielt die Gottes-Erfahrung, bezieht sie sich auf etwas Scheinbares oder Wirkliches?
  • Kann man den Gottesglauben als vernünftig begreifen oder verflüchtigt er sich, wenn man nur genug weiß?
  • Und was macht das Besondere des christlichen Gottesglaubens aus?
Ein unpolemischer Versuch, den Glauben an Gott begründet zu vertreten."

Matthias Wörther: Kein Gott nirgends?: Neuer Atheismus und alter Glaube - Orientierungen

Dienstag, 16. September 2008

Susanne Tunn: Kapelle


Zu der in Heft 54 des Magazins für Theologie und Ästhetik vorgestellten Kapelle von Susanne Tunn ist nun ein Buch erschienen, das den Entwicklungsprozess und die Realisierung dieses Kunstwerks vorstellt.

Der mit ergänzenden Texten von Jan Hoet und Jörg Mertin versehene bibliophile Band stellt mit seinen Abbildungen auf eine sehr eindrückliche und überzeugende Weise die Vorgeschichte und die Entstehung der Raum-Skulptur dar.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, die Fotos so gut gewählt, dass man manchmal mit den Fingern über sie streicht, um dem abgebildeten Material nachzugehen.

Susanne Tunn, Kapelle (Chapel) 2004-2008, mit zahlreichen Farbfotos und zwei Texten, 56 Seiten, gebunden, Artbook-Verlag Kirchberg (Österreich) 2008. ISBN 987-3-9502570-2-1, Preis 14 Euro.