Donnerstag, 3. Juli 2008
Kleines kabaretistisches Kirchenjahr
Harald Schroeter-Wittke, Autor des Magazins für Theologie und Ästhetik, hat ein neues Buch herausgegeben:
Fast fünfzig Kabarettisten und -innen sowie vierzehn Karikaturisten haben für dieses Buch ihr Bestes gegeben! Die großen Festkreise Weihnachten und Ostern sowie die Trinitatiszeit geben die Struktur dieses Buches vor.
Jeder Sonntag bzw. jedes Fest beginnt mit dem Sprücheklopfen, d.h. mit der Kommentierung des Wochenspruchs. Satirische Kleinod(i)e(n) zur Passionszeit finden sich ebenso wie Tiefsinniges zum Volkstrauertag oder zum Weltspartag.
Fast 300 Seiten zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken laden buchstäblich dazu ein, den Reichtum dieses Buches mit anderen zu teilen – nach Jesaja 45,3: „Ich will dir geben die heimlichen Schätze.“
Samstag, 21. Juni 2008
Philosophische Ästhetik
Günther Pöltner, Grundkurs Philosophie: Philosophische Ästhetik: Grundkurs Philosophie. Band 16: Bd 16'Ästhetik' ist nicht nur ein Titel für eine philosophische Disziplin, sondern bezeichnet auch eine Neuinterpretation, nämlich die spezifisch ästhetische Deutung des Schönen und der Kunst. Deren Problematik bildet letztlich den Hintergrund für gegenwärtige Bemühungen um ein neues Selbstverständnis der Ästhetik im Sinne einer Wissenschaft von der ästhetischen Erfahrung oder einer Wahrnehmungslehre. Die vorliegende 'Philosophische Ästhetik' gibt einen Einblick in den geschichtlichen Wandel ästhetischer Fragestellungen. Geleitet von dem methodischen Grundsatz, was eine Sache ist, werde dort am besten erkannt, wo sie sich unverkürzt von ihr selbst her zeigen kann, wird die ursprüngliche Erfahrung des Schönen als eine maßgebliche Form 'ästhetischer' Erfahrung aufgewiesen.
Spiritual Care
Traugott Roser, Autor des Magazins für Theologie und Ästhetik, hat ein Buch zur Krankenhausseelsorge geschrieben:Spiritual Care: Ethische, organisationale und spirituelle Aspekte der Krankenhausseelsorge. Ein praktisch-theologischer Zugang. Mit einem Geleitwort von Eberhard Schockenhoff
Spiritual Care - die Sorge für spirituelle Bedürfnisse Kranker und ihrer Angehörigen - entwickelt sich zunehmend zu einer eigenständigen Säule des Gesundheitswesens.In vier Schritten entwickelt dieses Buch einen neuen Ansatz von Spiritual Care aus Sicht Praktischer Theologie. Präzise Beobachtungen des Krankenhausalltags werden mit theologischen Analysen von Phänomenen wie Tod im Umfeld der Geburt verbunden und führen zu einem besseren Verständnis für spirituelle Bedürfnisse und Ressourcen von Patienten, Angehörigen und Pflegenden.
Der Anspruch an eine ganzheitliche Versorgung konfrontiert alle in Kliniken und Pflegeinrichtungen Tätigen mit existentiellen Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen. "Spiritual Care" hilft diese zu verstehen und professionell mit ihnen umzugehen. Nicht zuletzt der Seelsorge kommt die Aufgabe zu, die Bedeutung von Spiritualität in den Herausforderungen des medizinisch-pflegerischen Alltags glaubhaft zu vermitteln.Dieses Buch entwickelt einen neuen Ansatz von Spiritual Care in einer pluralen Gesellschaft aus Sicht Praktischer Theologie. Präzise Beobachtungen von Krankheitsverläufen und Klinikalltag werden verbunden mit theologischen Analysen. Sie führen zu einem besseren Verständnis für spirituelle Bedürfnisse und Ressourcen von Patienten, Angehörigen und Professionellen. Konkrete Gestaltungsideen zeigen, wie spirituelle Begleitung zum integralen Bestandteil des Gesundheitssystems werden kann.
Donnerstag, 5. Juni 2008
Performanzen des Todes
Thomas Klie (Hg.) Performanzen des Todes: Neue Bestattungskultur und kirchliche WahrnehmungSchon seit längerem schwindet das Bewusstsein vom Öffentlichkeitscharakter des Todes. Das zunehmende Diskretionsbedürfnis verändert die tradierte Sepulkralkultur. Werden aber zugängliche Grabstellen, öffentliche Feiern und identifizierbare Inschriften nicht mehr gewollt, dann büßt der Todesfall mehr und mehr seinen Zeichencharakter ein. Als Gegenbewegung dazu etabliert sich ein gesteigertes Inszenierungsbedürfnis. Durch den Verlust des kirchlichen Ritenmonopols kommen mehr und mehr popkulturelle Deutungen des Ablebens zur Darstellung. Die Medien verstärken spürbar das Interesse an alternativen Bestattungsformen. Neue Orte abseits der Friedhöfe entstehen, wie etwa Friedwälder oder Columbarien. Der Friedhofszwang lockert sich, Urnen werden zur "Mobilie". Im Internet bildet sich eine alternative Form mediatisierter Trauer.
Autoren: Thomas Klie - Philipp Stoellger - Norbert Fischer - Inken Mädler - Jan Hermelink - Stephan Schaede - Karl-Heinrich Bieritz - Ingo Reuter - Hans-Jürgen Kutzner - Andreas Mertin - Roland Rosenstock
Mittwoch, 28. Mai 2008
Der eigene Gott
Ulrich Beck: Der eigene Gott: Friedensfähigkeit und Gewaltpotential der ReligionenAlle Weltreligionen sehen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts radikalen Transformationen ausgesetzt, alle Weltreligionen ebenso wie alle kulturellen Schöpfungen und Symbole existieren gleichzeitig nebeneinander und stehen meist, herausgelöst aus ihren zeitlichen und räumlichen Kontexten, offen für eine allgemeine Verfügbarkeit, für fundamentalistische oder individuelle Aneignungen. Globalisierung bietet nicht nur die große Chance für die Weltreligionen, sich aus den territorialen Bindungen der Nationalgesellschaft und des Nationalstaates zu lösen und ihre transnationalen Dimensionen, Netzwerke und Imaginationen von "Gemeinschaft" neu zu entdecken und wiederzubeleben. Zugleich werden auf diese Weise auch wechselseitig die Monopolansprüche in Frage gestellt. Die Weltreligionen sehen sich dazu gezwungen, im grenzenlosen Raum massenmedialisierter Öffentlichkeit und Nachbarschaft miteinander konkurrieren und kommunizieren müssen. Das post-säkulare Zeitalter hat den Modernitätsstreit zwischen Religionen und Säkularismen zu überwinden zugunsten einer Zivilisierung der Zivilisation (die geistliche Einheit des Menschengeschlechts verpflichtet die Bevölkerungen unterschiedlichen Glaubens, einen "gemeinsamen Pfad" zu finden). Wie steht der Einzelne, als religiöser oder als nicht-religiöser Bürger, wie stehen Christen, Juden und Muslime zum "Geist" der Weltgesellschaft?
Freitag, 9. Mai 2008
Verlust der Aufklärung
Die Logik der Sorge: Verlust der Aufklärung durch Technik und Medien (edition unseld)Seit der Aufklärung gilt das Idealbild vom mündigen Individuum, das Verantwortung für sein Handeln trägt. Durch die Übermacht der neuen Medien und den globalen Kapitalismus wird jedoch die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, systematisch zerstört. Auch Erwachsene sind tatsächlich keine mündigen Individuen, sondern verharren in einem Zustand der Unreife, der es ihnen unmöglich macht, die jüngere Generation zu Verantwortungsbewußtsein zu erziehen. Ein Generationenvertrag wird aufgelöst und das Leben auf das Lustprinzip, die bloße Gegenwart, reduziert, somit wird Vergangenheit ausgelöscht und eine Zukunft nach den Idealen der Aufklärung aussichtslos. Die Folgen sind eine Infantilisierung der Gesellschaft, strukturelle Verantwortungslosigkeit und eine durch manipulative Medien verursachte gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeitsstörung. Bernard Stieglers Hauptinteresse gilt dem Zusammenhang von Kultur und Technik und den Veränderungen der Gesellschaft durch Medien und Digitalisierung. Der Autor klagt die Medien an, die in ihrer Funktion als "Psychotechnologien" ein triebgesteuertes Publikum heranzüchten, das nicht mehr Sorge tragen kann und soll - Sorge um das Selbst, die Familie, die Umwelt und auch die Sorge, wie sie sich in der mündigen Kritikfähigkeit äußert. Marketing wird zum alleinigen Instrument der Sozialkontrolle, die Telekratie ersetzt die Demokratie.
Samstag, 12. April 2008
Tanz und Religion
Tanz und Religion ein bisweilen sehr unterschiedlich bewertetes Geschwisterpaar. So tanzen im Alten Testament Mirjam und David zur Ehre Gottes, andererseits wird der Tanz ums goldenen Kalb sprichwörtlich für falschverstandene Gottesverehrung. Tanzen war und ist im Christentum umstritten.Dieser Ambivalenz stellen sich die verschiedenen Theologinnen und Theologen dieses Bandes, die sich aus den unterschiedlichen Blickwinkeln ihrer Fächer und Forschungsansätze mit Tanz und Religion im Kontext des Christentums auseinandersetzen.
Autorinnen und Autoren des Buches sind
- Harald Schroeter-Wittke,
- Jürgen Ebach,
- Silke Petersen,
- Marion Keuchen,
- Hans-Martin Gutmann,
- Martin Leutzsch,
- Agnes Wuckelt,
- Bernd Beuscher,
- Benita Joswig,
- Andreas Mertin,
- Wolfgang Huber,
- Gesine Dronsz,
- Helga Kuhlmann.
Tanz und Religion. Theologische Perspektiven
Montag, 31. März 2008
Handbuch Theologie und Populärer Film
"Gott selbst könnte dieses Schiff nicht versenken", heißt es in "Titanic", dem erfolgreichsten Film aller Zeiten - eine Anspielung auf die Geschichte vom Turmbau zu Babel im Alten Testament. In "Matrix""soll der Held Neo (Buchcover), ein Anagramm für One, der Auserwählte, die Welt von der Unterdrückung durch die feindliche Welt der Computer befreien: ein Messias mit Maschinengewehr. In "Die Truman Show" hadert ein wahrer Mensch (true man) mit dem Schöpfer der TV-Sendung und wählt statt des Paradieses die Freiheit. In vielen populären Hollywoodfilmen kommen in offener oder auch in versteckter Form immer wieder religiöse Motive vor. Indem Spielfilme existenzielle Probleme aufwerfen, Schuld und Sühne, die Schrecken des irdischen Lebens und die Sehnsucht nach Erlösung thematisieren, rücken unweigerlich anthropologische und religiöse Fragen in den Mittelpunkt populärer Medienkultur, die jeden angehen. Die Autoren des vorliegenden Bandes - Theologinnen und Theologen - analysieren die seit Ende der Siebziger Jahre zum Kulturgut gewordenen Kassenschlager darum auf ihre christlichen Gehalte hin und erklären, warum diese Filme mit ihren biblischen Symbolen und Inhalten beim Publikum so beliebt sind. In zwanzig Beiträgen sowie einem grundlegenden Einleitungsaufsatz zur Dramaturgie des populären Films decken die Autoren Verbindungen auf, gehen den Spuren des Religiösen im Mainstream-Kino nach und präsentieren originelle und erhellende Zugänge anhand folgender Gliederungspunkte: Genres (Liebe, Science-Fiction, Horror, Krieg, Fantasy), religiöse Figuren (Erlöser, Engel, Märtyrer, Teufel, Priester), Regisseure (Spielberg, Fincher, Woo, Weir, den Wachowskis) und Themen (Künstliche Intelligenz, Tod, Körper, Aufklärungsprozesse, Selbstentfremdung). Der umfangreiche Serviceteil enthält u.a. Literaturhinweise, eine Filmografie und kommentierte Internetadressen. Im geplanten zweiten Band (ca. Herbst 2008) wird an dieser Gliederung festgehalten, wobei weitere Genres (z.B. Western), Figuren (z.B. Nonnen), Regisseure (z.B. Kubrick) und Themen (z.B. Familie) besprochen werden. Wer die Allgegenwart von Religiosität in der populären Kinokultur bereits erahnte, wird hier Bestätigung finden. Wer bislang daran zweifelte, wird nach der Lektüre dieses Handbuches umkehren müssen.Dienstag, 18. März 2008
Die Kinder von Wien
Ein Fetzenteppich des Lebens und Überlebens.Ob Berlin oder Wien: Die strahlenden Städte, in denen wir's uns gemütlich machen, sind in Wahrheit Gespensterstädte, unter dem Asphalt die Trümmer, in denen die Archäologen zu graben beginnen, Totenstädte ...
Robert Neumann, der berühmte Parodist und verkannte Romancier, entführt uns in einen Wiener Keller im Nachkriegsjahr 1946, in dem ein eigenwilliges Gemisch von Geräuschen und jiddischen, russischen, deutschen und amerikanischen Sprachfetzen zu hören ist, so authentisch, dass auch das Schaben, Kratzen und Huschen der Ratten auf den nackten Kellerböden von dem ganz unjungen Jargon einer Bande Halbwüchsiger nicht übertönt wird. Jid, Goy und Ewa heißen drei der sechs Kinder, die sich stehlend, hurend und hehlend eingerichtet haben im Nachkriegschaos, die vom Glück ihrer anarchistischen Freiheit ebenso wenig daher machen wie vom allgegenwärtigen Mangel - weil sie's nicht anders kennen.
Ihre Perspektive ist der Blick nach oben, durch die Schächte zum Licht, und was sie sehen, sind nackte Füße, Sandalen, kaputte Stiefel und den Exnazi in alliierten Diensten, der sie aus ihrem Ruinenkeller zu vertreiben, den schwarzen Armee-Pastor, der sie zu retten versucht ... Die Kinder von Wien ist der kleine-große Roman des Nachkriegs, der dichter als jedes andere Buch von der zweiten Realität erzählt, deren Schatten uns begleiten (ob wir's wissen oder nicht).
Die Kinder von Wien, Frankfurt 2008
Dienstag, 11. März 2008
Belphégor
Eine Kindheitserinnerung ist gerade neu auf DVD erschienen. Für jeden meiner Generation war dieses Fernsehereignis der späten 60er-Jahre ein unbedingtes Muss, das einem Schauer über den Rücken jagte.Belphegor oder das Geheimnis des Louvre ist eine spannende und sehr erfolgreiche, französische Fernsehserie aus dem Jahre 1965.
Unter der Regie von Claude Barma spielten in den Hauptrollen Yves Rénier, René Dary, Juliette Gréco, Christine Delaroche und Sylvie.
Da in der Zwischenzeit die Serie kaum wieder gesendet wurde, kann man nun überprüfen, was noch in Erinnerung geblieben ist und welche Spannung die Serie heute vermittelt.
Belphégor oder das Geheimnis des Louvre (TV-Miniserie - 3 DVDs)
Dienstag, 5. Februar 2008
Cineastische Mystagogie

Thomas Kroll: Der Himmel über Berlin - Säkulare Mystagogie?
Wim Wenders Spielfilm als Herausforderung für die Praktische Theologie
Das Kino ist gewiss kein Ort kirchlicher Katechese. Dennoch trifft man dort sowohl in Kassenschlagern wie Der Herr der Ringe als auch in künstlerisch ambitionierten Filmen wie Andrej Rubljow auf Spuren des Religiösen, ja Christlichen. Ferner erlebt man Filme, die wie die Gleichnisse Jesu - frei von Kerzen und Kreuzen, Kirchen und Kniebeugen - in der Lage sind, das Publikum im dunklen Andachtsraum an »Orte« zu führen, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Dann geschieht säkulare Mystagogie. Wim Wenders' Spielfilm Der Himmel über Berlin ist ein ausgezeichnetes Beispiel.
Das Buch wird im Heft 55 des Magazins für Theologie und Ästhetik vorgestellt.
Der Himmel über Berlin - Säkulare Mystagogie? Wim Wenders Spielfilm als Herausforderung für die Praktische Theologie
2008, 712 S., 59.90 EUR, br., ISBN 978-3-8258-7322-6
Montag, 14. Januar 2008
Kunstbuch
Kunstwerke aus 600 Jahren versammelt dieser museumspädagogische Band der Kunsthalle Bremen, um sie (nicht nur) Jugendlichen und Kindern vorzustellen. Dazu gehören Biblische Geschichten, Porträts, Landschaftsmalerei, Stillleben und vieles mehr.Die Kunsthalle Bremen - 600 Jahre Kunst (nicht nur) für Kinder
Sonntag, 23. Dezember 2007
Dienstag, 11. Dezember 2007
Weihnachtsgeschenk zur Bildungsförderung
Wer noch ein gutes Weihnachtsgeschenk für Freunde sucht, dem sei die preiswerte DVD-Sammlung "Meine Bibliothek" von ZENO.ORG empfohlen.Das Archiv dokumentiert den Stand des Projektes zum Ende November 2007 und bietet auf 3 DVDs die größte deutschsprachige Sammlung historischer Lexika, literarischer, philosophischer und kulturhistorischer Texte und stellt darüber hinaus Tausende Abbildungen bedeutender Gemälde und Zeichnungen zur Verfügung.
Mit der auf der ersten DVD-ROM enthaltenen Anwendung ZenoArchiv ist ein effizienter browserbasierte Zugriff möglich. Die Volltextsuche erlaubt sowohl die übergreifende Recherche nach Zitaten und Stichworten in allen Texten als auch die eingeschränkte Suche nach thematischen und gattungsspezifischen Kategorien.
Die drei DVD-ROMs enthalten nicht weniger als:
- das literarische Werk von mehr als 700 Autoren,
- eine umfassende Auswahl philosophischer Werke von der Antike bis ins 20. Jahrhundert,
- Klassiker der Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts,
- kulturgeschichtliche Dokumente wie Anstandsbücher, Autobiographien berühmter Persönlichkeiten und ästhetische Schriften wie beispielsweise Sulzers Theorie der Schönen Künste,
- eine riesige Bildersammlung mit mehr als 40.000 Werken von etwa 4.500 Künstlern und Künstlerinnen,
- Biografien der bedeutendsten deutschen Komponisten und
- eine umfangreiche Auswahl bedeutender historischer Lexika in Volltext und Faksimile, unter anderem Pierers Conversations-Lexikon (1857–1865) und den ersten Brockhaus (1809–1811).
Genau genommen ist die DVD-Sammlung so zusammengesetzt: Eine DVD, die das Angebot von Zeno.org im Internet spiegelt und als virtueller Webserver auf dem Heimcomputer installiert wird. Zusätzlich gibt es zwei DVDs mit hochauflösenden Bildern aus der Gemäldesammlung der Digitalen Bibliothek, die freilich komplett auf der Festplatte installiert werden müssen, um nutzbar zu sein. Insbesondere letztere erweisen sich damit als deutlich preiswerter als die DVD mit den 40.000 Meisterwerken.
Tipp: Zeno.org - Meine Bibliothek 2008 (PC+MAC-DVD)
Freitag, 7. Dezember 2007
Ich habe dich beim Namen gerufen
"Das Kind muss doch einen Namen haben ... Namen haben ihre Magie. Eltern überlegen sich's in der Regel zweimal oder dreimal, wie sie das Kind beim Namen nennen, sofern sie nicht dem Zauber einer Mode erliegen oder, wie einst üblich, der Familientradition gehorchen. Namen zeichnen, wie die Römer zu wissen meinten, ein Schicksal vor. Womöglich prägen sie den Charakter? Dass ein Name die Person, die er bezeichnet, genau treffe und ihre Eigenschaften in kürzester Zeit zusammenfasse; oder umgekehrt, dass sich die Eigenschaften, die man einem Namen zuschreibt, auf die Person übertragen mögen - das sind Sehnsüchte, die allein die Poesie einzulösen vermag. Denn hier ist ein Name nie nur ein Name, sondern Chiffre dessen, was Dichter von Goethe über Heine und Benn bis Gernhardt mit der benannten Person verbinden: Empfindungen, Erlebnisse, Phantasien. Dies und nichts anderes signalisieren die Dichter, wenn sie die Geliebte, den Freund liebend, den Feind spottend benennen: jedes Namensgedicht eine Feier der unverwechselbaren Persönlichkeit. Ich habe dich beim Namen gerufen ist ein ideales Geschenkbuch für die geliebte Person: Denn es versammelt nicht nur hundertachtzig Namensgedichte von A wie Anna über J wie Jakob bis Z wie Zora, sondern geht auch den Ursprüngen der Namen nach, forscht nach historischen, literarischen oder biblischen Vorbildern. Ein werbender, oft genug zärtlicher Zuruf, der nicht nur zu Geburts- und Namenstagen, sondern immer willkommen sein sollte." [Covertext]Ich habe dich beim Namen gerufen. Eine Anthologie deutscher Namenspoesie aus vier Jahrhunderten
Ehrlich gesagt: Ich hätte mir in der Tradition der Anderen Bibliothek mehr erwartet als diese
Glück
Johann Hinrich Claussen beschäftigt sich mit der Frage: Was könnte das Glück sein, und inwiefern stellt die Jagd nach dem Glück ein sinnvolles Lebensziel dar? Der Autor rekonstruiert den Diskurs zwischen "Glücksfreunden" und "Glücksgegnern" und macht deutlich, daß es eine eindeutige Gegenüberstellung von "Eudämonisten" und "Anti-Eudämonisten" nicht gibt. In drei Gegenüberstellungen (Aristoteles und Augustin, Meister Eckhart und Martin Luther, Johann Joachim Spalding und Immanuel Kant) wird der verschlungene Streit um das Glück exemplarisch vorgestellt. Dabei zeigt sich, daß die Glückskritik durchaus das menschliche Glücksstreben befördern kann. Das menschliche Glücksstreben besitzt darüber hinaus eine Fülle von religiösen Aspekten.J. H. Claussen: Glück und Gegenglück
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Demokratie
Immer geht es – angeblich – um die Verbreitung der demokratischen Idee. Aber meistens geht es schief. Seit dem Jahr 1893, als amerikanische Plantagenbesitzer mit Hilfe der amerikanischen Regierung in Washington die hawaiianische Monarchie stürzten, haben die Vereinigten Staaten dreizehn ausländische Regierungen aus ideologischen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen blutig zu Fall gebracht. Geheimdienste, Waffenhändler und bisweilen auch amerikanische Streitkräfte waren daran beteiligt, den Machtanspruch der Vereinigten Staaten global auszuweiten. Dabei machte sich das schlechte Gewissen der ältesten Republik der Welt stets bemerkbar. Beispiel Irak: Es gehe, so versicherte einst der amerikanische Präsident, um die Beseitigung von Massenvernichtungswaffen und die Durchsetzung des demokratischen Gedankens in einer autoritär regierten Region. Das Zauberwort »Öl« nahm er niemals in den Mund. Doch wie im Irak, so widersprachen zuvor schon die politischen Konsequenzen allen Putsch-Hoffnungen Washingtons. Statt der Demokratie siegte meist der Antiamerikanismus. Stephen Kinzer, langjähriger Reporter der New York Times, schildert die bizarren Umstände der offenen und geheimen Coups d’Etat made in USA – ob in lateinamerikanischen Bananenrepubliken oder weitaus folgenreicher im Iran: Stets entsprach der zweifelhaften und vor allem gewissenlosen Kompetenz der CIA die außenpolitische Kurzsichtigkeit der Auftraggeber im Weißen Haus.
Stephen Kinzer: Putsch!
Empfehlung der Redaktion
Nicht einmal achtzehn war Georg Forster, als er im Juli 1772 an Bord der Resolution ging, um mit der Expedition von James Cook um die Welt zu reisen. In letzter Sekunde waren sein Vater und er, zwei mittellose Deutsche, von der englischen Admiralität dazu berufen worden, Cooks zweite Weltumseglung als Naturkundler und Ethnologen zu begleiten.1111 Tage lang waren sie unterwegs und erforschten Regionen, in die vor ihnen noch kein Europäer gekommen war. Sie entdeckten neue Wasserwege, neue Inseln, kartografierten terra incognita, sie fanden unbekannte Pflanzen und Tiere und stießen auf Indianer, die noch nie einen Weißen gesehen hatten. Als Forster zurückkam, hatte kein Deutscher je soviel Welt gesehen. Und er lieferte darüber eine bildmächtige Reisebeschreibung ab, die in Europa Furore machte und Markstein und Leitbild wurde für Generationen von Forschern und Schriftstellern nach ihm. Alexander von Humboldt erklärte Forster zum "hellsten Stern meiner Jugend", durch ihn habe "eine neue Ära wissenschaftlichen Reisens" begonnen.
Mithilfe des Museums für Natural History in London erscheint nun zum erstenmal überhaupt Georg Forsters grandioser Reisebericht zusammen mit seinen prächtigen Aquarellen und Zeichnungen, die er während der Weltreise anfertigte - eine veritable Sensation.
Die von Frank Vorpahl besorgte Bildauswahl aus über 500 Tier- und Pflanzenzeichnungen gibt der Neuheit einer Spezies Vorrang vor rein ästhetischen Kriterien. Besondere Berücksichtigungen finden Tiere und Pflanzen von denen Georg Forster vor ihrem Aussterben Zeugnis ablegen konnte. Außerdem will die Auswahl Einblick in die Arbeitsweise Forsters geben, neben kompletten Blättern finden sich daher auch einige Skizzen und halbkolorierte Blätter. Immerhin hatten die Naturforscher auf ihrer 1111 Tage währenden Reise nur 290 Tage Landgang - zwischen Botanisiertrommel und Schreibpult mussten die Forscher daher mit höchster Effizienz handeln.
Georg Forster: Reise um die Welt
Reisen mit Herodot
Auf den Schultern eines Riesen: Ryszard Kapuściński reist mit dem ersten Reporter der Menschheitsgeschichte um die Welt Schon immer war er von ihm fasziniert. Und bis heute ist er für ihn der Größte. Wann und wohin auch immer Ryszard Kapuściński unterwegs war - Herodot war dabei. Dabei war es anfangs gar nicht so leicht, an ein Exemplar von dessen Historien zu kommen - denn in Polen gab es keine Übersetzung davon. Und als die fertig vorlag, durfte sie nicht gedruckt werden: Stalin lag im Sterben und das jahrtausendealte Buch erzählt mindestens ebenso viel vom Zerfall wie von der Schaffung riesiger Reiche, ebenso erschütternd vom Sturz der Mächtigen wie von ihrem Aufstieg. Erst 1954 kam der junge Ryszard Kapuściński mit dem Buch in Berührung - und es erwies sich als Erleuchtung. Da war einer - von Neugier und Wissensdurst getrieben - aufgebrochen, die Grenzen der bekannten Welt auszuloten, mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Ohren zu hören, oder sich wenigstens von Augenzeugen berichten zu lassen, was sich auf der Welt zugetragen hat. Herodot war kein Händler, Spion, Diplomat oder Tourist, sondern - wie später auch Ryszard Kapuściński - Reporter, Anthropologe, Ethnograph und Schriftsteller. Ryszard Kapuściński erzählt, wie er mit Herodot nach Afrika, Asien und in Europa reist, was er an den Stellen findet, von denen einst der alte Grieche schrieb, welche Konflikte von heute ihre Wurzeln schon damals hatten und wie die Überlieferung menschlicher Geschichte funktioniert.Ryszard Kapuściński: Meine Reisen mit Herodot (Die Andere Bibliothek)
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Protestantismus
Der Protestantismus hat in der Neuzeit weit über die Kirchen- und Theologiegeschichte hinaus Kultur, Gesellschaft und Politik in Europa und Nordamerika zutiefst geprägt. Dieses Buch bietet einen anschaulichen Überblick über die wichtigsten Phasen in der Geschichte des Protestantismus sowie seine konfessionellen und regionalen Ausprägungen. Die klassischen Selbstdeutungen des Protestantismus werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Frage nach seiner "Kulturbedeutung" für die moderne Welt.Fr. W. Graf: Der Protestantismus. Geschichte und Gegenwart (Wissen)

